Bula Bula
Schöne Grüße aus dem Paradies! Bula bedeutet „Hallo“ auf Fiji (Amtssprache in Fiji) und es ist das erste was man hört, wenn man ins Flugzeug steigt, um nach Fiji zu gelangen und das letzte was man hört, wenn man das Land verlässt. Dazwischen ist Fiji ein einziges großes Bula. Bula-Pass, Bula-Reisen, Bula-Bar, Bula-Tanz, … um nur einige zu nennen.
Da waren wir also. Fiji. Südseetraum. Der Platz an den man gelangen will. Das Fleckchen Erde, welches auf jeder Reiseliste einen der obersten Plätze einnehmen würde.
Zuerst einmal ein paar Fakten über Fiji, um unsere Reise dort besser zu verstehen. Und um zu verstehen, dass wir leider mal wieder nur einen Bruchteil des Landes erleben konnten. Unsere Reisezeit betrug diesmal 2 Wochen.

Fiji´s Inseln
Fiji ist eine Inselgruppe bestehend aus über 300 Inseln. Davon stellen Viti Levu (die Hauptinsel) und Vanua Levu ,eine weitere große Insel, 90 % der Gesamtfläche Fijis. Von den 332 Inseln, die laut Wikipedia zur Fiji-Gruppe gehören, sind 110 bewohnt. Amtssprache in Fiji ist wie bereits gesagt Fiji und Englisch. Alle Fijianer lernen in der Schule Englisch und man kann sich ohne Probleme auf Englisch verständigen (britische Kolonien scheinen doch einen Vorteil mit sich zu bringen).
Die Hauptstadt von Fiji ist Suva, eine kleine Stadt (75.000 Einwohner) im Südostens der Hauptinsel. Alle Int. Flüge landen jedoch in Nadi (gesprochen: Nandi). Nadi besteht eigentlich nur aus dem Flughafen und einem kleinen Dorf/Stadt, in der Touristen für die erste und letzte Nacht auf Fiji unterkommen und sich verpflegen können.
Nadi Town an sich besteht im Grunde aus einer Hauptstraße und ist etwas dreckig und hat nicht wirklich viel mit Fiji zu tun. Wie gesagt ein Ort der wohl aufgrund des Flughafens entstanden ist.
Man muss aber auch erwähnen, dass knapp 3 Wochen vor unserer Ankunft in Nadi ein schwerer Tropensturm mit schlimmen Überschwemmungen über Fiji hergegangen ist (weiß nicht, ob das in Deutschland in den Medien war?). Nadi stand 2-3 m unter Wasser und man hat teilweise auch noch starke Verwüstungen erkennen können.
Nachdem wir unsere erste Nacht in Nadi verbracht hatten, ging es für uns zum Glück direkt weiter. Wir hatten bereits in Neuseeland eine Tour quer durch die Mamanuca- und Yasawa Inselgruppe gebucht.

Yasawa- und Mamanuca Inseln
Diese Inselgruppen liegen westlich von Nadi, nicht weit von der Hauptinsel entfernt. Und diese Inseln (im Gegenteil zu Nadi) sind genau das, was man in Prospekten und Filmen immer wieder vorgehalten bekommt und wo man unbedingt hin will. Und diese Bilder, kann ich nun aus eigener Erfahrung sagen, braucht man in keinem Katalog dieser Welt zu schönen! Eindruck gefällig?

Einer von vielen traumhaften Stränden...

Ebenso traumhaftes Wasser....
Der erste Tag verlief dabei jedoch noch etwas turbulent. Aus Gründen, die hier nicht im Detail erläutert werden müssen, haben die Jungs die erste Fähre um 8.30 Uhr genommen und ich die letzte um 15 Uhr. Wir wollten uns dann eigentlich auf der ersten Insel, die auf unserem Reiseplan stand wiedertreffen.
Da diese Insel auf unserem Reiseplan nicht genau benannt wurde (es hieß Bounty- oder South Sea Island) und das Wort „Organisation“ wohl in der Sprache der Fijianer vergessen wurde zu überliefern (habe ich mal gesagt die Australier wären ein lockeres Volk? Im Vergleich zu Fidschi gleicht Australien einer Militärdiktatur) kam es wie folgt:
Ich stehe pünktlich (wie es sich für einen deutschen Touristen gehört) am Hafen und sehe auf einem Schild, dass auf South Sea Island Bauarbeiten stattfinden und im Moment niemand auf dieser Insel ist. Alles klar. Was folgt der logisch, rational denkende Mensch: Die Jungs sind auf Bounty Island. Ich also am Schalter noch mal gefragt, ob man mir sagen könne, wo die Jungs sind… natürlich nicht. Kein Plan. Ich: Ja gut, kann ja nich so schwer sein. Bringt mich nach Bounty. Da werden die schon sein.
Die Dame, die mich nicht mal auf der Reiseliste hatte (obwohl es mit dem Büro vorher 3 mal abgeklärt wurde….) ruft in der Zentrale an. Ich setz mich erst mal hin. Nach 3 oder 4 Telefonaten, in denen man eigentlich mal IRGENDWAS hätte rausfinden müssen, schicken sie mich nach Bounty. Ich denke mir super, läuft doch alles.
Nächste Verwirrung entsteht, als ich nach 2 Stunden (normale Reisezeit zur Bounty Island 30 min) immer noch nicht angekommen bin… Ich runter: Äh, sorry, was hier los? Es stellte sich dann raus, dass wir auf einer alternativen Route sind, die erst nach 3 Stunden zur Bounty gelangt… ok, kein Thema. Hab ja nix dringendes vor.
Ankunft Bounty Island: Ich vom Schiff runter (man wird immer mit kleinen Booten vom großen Schiff abgeholt und zur Insel gebracht) und auf der Insel zur Rezeption: Servus, ich bin der Lennart. Soll hier heute ankommen und meine Jungs sollen auch da sein. Die Frau (die wirklich nett war), guckt in Ihre Liste, 5 Fragezeichen auf der Stirn… kein Lennart in der Liste, keine Jungs in der Liste… na das läuft ja alles tip top reibungslos….
Sie wieder ins Office, Zentrale kontaktieren. Irgendwann hat sich dann herausgestellt, das die Jungs auf einer anderen Insel waren… der Beachcomber (Partyinsel. War ja klar… hehe). Da wir eigentlich auf der South Sea Island gebucht waren und da Bauarbeiten waren, wurden wir kurzer Hand auf die Beachcomber umgebucht. Danke, dass ich diese Information vor meiner Reise auch erhalte. Meine erste Erfahrung mit der in Fiji vorherrschenden „Fiji-Zeit“
Exkurs „Fiji-Zeit“:
Die Fiji-Zeit, wie es sich bereits erkennen lässt läuft ein wenig relaxter und langsamer als die Zeit, die wir in Europa oder sonst wo auf der Welt gewohnt sind. In erster Linie hat dies mit dem Fijianischen Nationalgetränk, dem „Cava“ zu tun. Cava wird aus der Wurzel einer bestimmten Pflanze gemixt mit Wasser hergestellt. Von der Wirkung soll es ähnliche Symthome wie nach dem Genuss von Marihuana hervorrufen. Und da wir ja alle wissen… äh, ich meine alle schon mal gelesen haben, wie man sich nach dem Genuss von Marihuana verhält (ruhig, relaxed, vergesslich) ist es kein Wunder, dass die Jungs mal hier und mal da nicht die schnellsten sind und auch mal Sachen vergessen. Cava wird in der Regel nach dem Abendessen begonnen zu trinken und erst wieder in den Morgenstunden abgebrochen. (Jeden Tag, bis auf manchmal So)
(Auf Schilderungen persönlicher Cava-Erfahrungen verzichtet der Autor aufgrund des Jungendschutzgesetztes… J Es sei jedoch gesagt es schmeckt ein wenig wie kalter Tee oder Kaffee. Einige empfanden den Geschmack wie Erde mit Wasser. Es kam wohl immer darauf an nach wie viel Cava diese Beschreibung stattfand… ..)
Wie dem auch sein… als sich dann alles geklärt hatte, und ebenfalls feststand, dass ich am nächsten Tag mit der Fähre rüber zur anderen Insel gebracht werden sollte (wobei man sich selbst auf feste Zusagen nicht zu sehr verlassen sollte), war die Zeit gekommen einen Gang zurück zu schalten und ebenfalls das relaxen zu beginnen. Habe dann einen kleinen Lauf um die Insel gemacht, der mich unglaubliche 10 min gekostet hat und mich danach erst mal ein bisschen am Beach entspannt. Da alles an diesem Tag aber recht lang gedauert hat, war auch schon bald Abendessen angesagt und danach war ich ziemlich geschafft und habe mich frühzeitig ins Bett begeben. Außerdem ist (Beachcomber ausgenommen) auf den Inseln nach dem Sonnenuntergang und dem Abendessen eh nicht mehr so viel los (bis auf ein kleines Programm der Inselbewohner). Und Frühstück gibt es dann in der Regel zwischen 7-8 Uhr !! Soviel zum relaxten Urlaub…
Genereller Ablauf beim Inselhobbing:
Mit der Yasawa-Flyer, einer katamaranartigen Fähre wird sich zwischen den Insel fortbewegt. Diese Fähre fährt morgens in Nadi los, die komplette Inselgruppe bis zur nördlichsten hoch (5 Std. Fahrt) und dann wieder zurück. Sprich man hat genau einmal am Tag die Gelegenheit nach Norden und einmal die Gelegenheit nach Süden aufs Boot zu hüpfen.

Der Yasawa-Flyer
Die Mamanuca-Gruppe besteht dabei aus 4 Inseln (Bounty, Beachcomber, South Sea und Vomo) und die Yasawa Gruppe aus 11 Inseln. Je nach Größe der Insel (kleinste South Sea, Umrundung in 5 min möglich bis Naviti (der ) befinden sich 1 bis 5/6 Resorts auf den Inseln in denen man sich einquartieren kann. Diese Resorts versehen einen dann mit 3 Mahlzeiten am Tag, teilweise Trinkwasser und einigen kostenlosen sowie kostenpflichtigen Aktivitäten.
Und je nach gebuchtem Angebot, kann man wie man lustig ist von Insel zu Insel hüpfen und sich die Resorts aussuchen oder eine feste Route haben, bei denen die Inseln und die Wege festgelegt sind. Da im letzteren Paket auch noch einige andere Aktivitäten inbegriffen waren (Höhlentauchen, Segeltrip, … ) und es auf den Inseln ansonsten nicht wirklich viel zu tun gibt außer in der Hängematte oder am Strand zu liegen, schwimmen oder schnorcheln gehen und ein Buch zu lesen, dachten wir uns ein paar Aktivitäten könnten nicht schaden.

So sah es meistens aus...

...oder so
An alle die eine Fiji-Reise planen: Wenn man sich nicht gut selbst beschäftigen kann, sollte man tunlichst davon absehen !!
Denn gerade nach Einbruch der Dunkelheit gibt es nur noch Abendessen und auf jeder Insel ein kleines Unterhaltungsprogramm der Einwohner (bei denen die Herumreisenden auch gerne mal involviert werden). Sprich Feuertanz, Theater der Ankunft vom Missionar James Baker, Vorstellung der Traditionellen Gewänder und Kleidungen, andere Tänze (besonders beliebt ist hierbei der BULA-Tanz, der den Reisenden dann beigebracht wird) oder andere kleine Spielchen. Danach (ca. 9 Uhr) ist man sich selbst überlassen… ohne TV, ohne Internet….
Ganz nett für eine Woche, aber danach kann es wirklich manchmal etwas langweilig werden.
Kommen wir zu unserem persönlichen Routenplan:
1. Insel : Bounty Island
Wie bereits gesagt war ich hier nur versehentlich. Eine nette kleine Insel in der Mamanuca Gruppe. Umrundungsdauer ca. 10 min. Da ich Abends ankam und morgens wieder weiter bin, habe ich dort nicht viel gemacht außer gegessen und relaxed.

Bounty Island
2. Insel : Beachcomber
Beachcomber ist die Partyinsel der Inselgruppe. Hier finden sich alle Reisenden ein (Mit Reisenden sind in der Regel Backpacker zwischen 19 und 28 gemeint) um es noch einmal so richtig krachen zu lassen. Eigentlich bildet die Beachcomber oft den Abschluss, bevor es wieder auf die Hauptinsel geht… nicht so bei uns.

Beachcomber
Auf der Beachcomber gab es das beste Essen!
3. Insel Naviti (Resort: Waya Lailai)
Naviti ist die größte Insel der Yasawa-Gruppe. Auf dieser Insel befinden sich 6 Resorts. Waya Lailai, unsere Bleibe, war dabei eines der coolsten Resorts in denen wir waren. Erstens war ein guter Beachvolleyballplatz vorhanden, zweitens waren die Inselbewohner ziemlich gut drauf und wir durften am Sonntag mit in die Kirche und am einheimischen Gottesdienst teilnehmen. Und zuletzt haben wir noch 2 Aktivitäten auf dem Programmzettel gehabt. Einmal betreutes Schnorcheln, bei dem wir wieder mal Reef-Sharks gesehen haben (ca. 1,20m lang) und zum anderen noch den „Summit-Walk“. Dies war ein sensationeller Wanderweg einen Berg hoch. Quer durch den Jungel zu einem Felsvorsprung auf dem wir einen traumhaften Sonnenuntergang erleben konnten.

Blick von der Spitze der Naviti Insel (unten ist unser Resort zu sehen)
4. Insel: Korovou
Diese Insel war nicht so super (was immer noch bedeutet, dass sie verdammt schön ist). Jedoch gab es auf dieser Insel Unmengen von Fliegen, die einen keine Sekunde in Ruhe gelassen haben. Das war ein bisschen nervig. Jedoch hatte das Resort ein wunderbares Reef, direkt 50m vom Strand ins Wasser. Da habe ich den ein oder anderen Schnorchelgang getätigt.

Unser Resort "Korovou"
5. Insel: Coral View:
Ein schönes Resort und traumhaftes Wasser. Hier haben wir das Höhlentauchen gemacht. Also nicht mit Flasche, sondern nur mit Schnorchel. Aber in so eine Höhle hereinzutauchen in der es ziemlich dunkel ist und man nicht weiß was einen erwartet, ist schon Nervenkitzel….!
Des weiteren haben wir hier mit ein paar Leuten eine Nacht unter einem unglaublich eindrucksvollen Sternenhimmel verbracht…. ich glaube wir haben in 3 Stunden ca. 15 Sternschnuppen gesehen.

Sonnenaufgang im Coral View Resort (5.30h)
Abschließend haben wir noch einen Segeltrip gemacht. Dieser hat uns unter anderem an Cast Away vorbeigebracht. Der Insel auf der der gleichnamige Film mit Tom Hanks gedreht wurde. Wo er den verschollenen FedEx Manager spielt. Auf der einsamen Insel… nur mit seinem Volleyball „Wilson“. Wir waren auf seinen Spuren:

Mit "Wilson" auf Cast Away
Zum Abschluss noch ein Beschreibungsversuch des allgemeinen Fijianers
Der Fijianer an sich ist ein sehr lebensfroher und freundlicher Lebensgeselle. Auf allen Inseln wird man mit Musik und einem herzlichen „BULA“ empfangen und in der Regel sind die Leute in den Resorts auch immer freundlich, zuvorkommend und versuchen einem zu helfen. Auch als wir nach der Inseltour noch 2 Tage auf der Hauptinsel waren (nicht in Nadi) haben wir gemerkt das die Leute einen immer grüßen und anlachen.
Natürlich gibt es auf den Inseln auch Leute, denen der Tourismus wohl zu Kopf gestiegen ist und die wahrscheinlich auch schon die ein oder andere Erfahrung mit unfreundlichen Touristen gemacht haben (obwohl ich selbst nie Zeuge eines solchen Umstandes wurde). Diese Leute behandeln einen dann einfach gleichgültig. Aber das ist nur ein sehr geringer Teil. In der Regel tragen die Einwohner der Inseln einem das Gepäck, kochen 3 mal am Tag für einen und laden einen Abends auch immer zu Ihrer Cava-Runde ein (was wir lediglich einmal angenommen haben) Generell ist man schnell mit den Menschen im Gespräch und merkt das sie trotz der simplen Lebensumstände außerordentlich zufrieden sind. (Obwohl sie landschaftlich auch nicht gerade den schlechtesten Platz auf Erden erwischt haben)
Nach Fiji hat uns der Flieger nach Perth gebracht, wo wir weitere 4 entspannte Tage verbracht haben… ganze nett dort. Gemütliche Stadt, die nicht so hektisch und touristisch ist, wie die Städte an der Ostküste.
Mittlerweile weilen wir aber schon in Singapur. Von hier geht es übermorgen aber auch schon weiter. Über Land durch Malaysia und Thailand bis Bangkok…. allein. Ja, ja, nach 3 Monaten trennen sich nun die Wege der Gemeinschaft. Nicht aus bösem Grund, einfach nur aus unterschiedlichen Interessen. Aydin und Mehmet wollten noch nach Hongkong und Marc nach Bali. Und ich hatte meine Route ja von Anfang an so geplant. Und nach 3 Monaten zusammen sein, ist man auch nicht unbedingt traurig mal allein unterwegs zu sein. Ich freue mich drauf….
Auch wenn es wohl etwas Neid hervorrufen wird. Das Fotoalbum von Fiji ist sehr sehenswert!!
Bis bald
Lennart
@ Eis: Da isser wieder…!!
@ Dad: Sind Informationen durchgesickert ?
@ Suse: So, nun gibbet bitte keine Beschwerden mehr !!