So, nun sind meine Eltern auch schon wieder wech und der Unialltag hat mich wieder. Das verlängerte We mit meinen Eltern war sehr erlebnisreich! Aber da es galt den ein oder anderen Haken zu setzen (durchaus angenehme Haken) war es auch ein bisschen anstrengend. Zurück in alte Tage versetzt wurde ordnungsgemäß morgens zwischen 7-8 Uhr aufgestanden und der Tag angegangen (diese Form der Tagesgestaltung „Früh aufstehen, früh ins Bett“ ist in Australien aber auch durchaus verbreitet und macht in Anbetracht der Sonnenlaufbahn „früh aufgehen (ca. 5.30), früh untergehen (im Moment 18Uhr)“ auch durchaus Sinn. Nur liegt diese Mentalität leider nun mal gar nicht in meinem Rythmus…)
Wie dem auch sei. Meine Eltern, für Fr früh angekündigt, haben mich dann schon am Do Abend überrascht. Nach einer kleinen Unigelände-Tour und Kangaroos gucken (die bei uns frei auf dem Campus rumhüpfen), stand noch ein Abendessen auf dem Programm und dann haben sich Ma und Dad, aufgrund der langen Anreise und dem Jetlag auch schon in Ihren Camper zurückgezogen. Und auch ich musste schweren Herzens früh ins Bett und die wöchentliche Do-Abend-Uni-Party sausen lassen, da Fr früh noch eine Vorlesung anstand und direkt danach der Start zur Wochenendtour.
Als erster Stop stand Fraser Island auf dem Programm. Also haben wir uns am Fr von Mooloolaba auf den Weg nach Harvey Bay gemacht, wo wir unseren 4-Wheeler noch abholen mussten (4-Wheeler bedeutet hier nicht primär, dass das Auto 4 Räder hat (hatte es nebenbei gesagt aber auch!) sondern meint einen Allradantrieb). Ohne einen solchen Wagen hat man auf der größten Sandinsel der Welt (1600 km². Im Vergleich Sylt hat eine Fläche von 100 km²)keine Chance. Fr Abend noch kurz essen und ab ins Bett. Sa 5.30 klingelt der Wecker! Juchu! Voller Energie und Top motiviert ging es dann Richtung Fähre, die uns um 7.15 pünktlich auf die Insel bringt. Ankunft 8 Uhr und dann konnte das Vergnügen beginnen. Also ich habe wirklich schon viel auf Jahrmärkten und sonstigen Funparks erlebt, aber was es für einen Spaß bringt auf dieser Sandinsel mit einem Geländewagen durch die engen, sich durch den Wald schlängelnden Gassen zu heizen (eigentlich müsste ich bei 20-30 kmh den Terminus „schleichen“ verwenden. Dieser hätte mir aber den Satz kaputt gemacht!), ist schon echt Wahnsinn! Teilweise muss man über Meterhohe (auch in diesem Fall dürft Ihr gerne 50-60 cm abziehen) Kuppeln und Baumäste, um direkt danach durch einen Wassergraben zu heizen. Da es hier, wie ich bereits im letzten Bericht erwähnt hatte, von Di bis Do durchgehend geregnet hatte, gab es diese Wassergräben noch. Und der Sand war auch noch recht fest, ergo gut zum Fahren. Nachdem man sich dann durch die engen Gassen an malerischen Seen und anderen Ausblickpunkten von der West- auf die Ostküste durchgeschlagen hatte stand der Starndhighway zur freien Verfügung. Mit bis zu 80 khm (max. erlaubte Geschwindigkeit am Stand), kann man wohl sagen ich habe mich wie ein kleines Kind im Schokoladenparadies gefühlt! Auf dem Rückweg haben wir dann noch am Lake Mc Kenzie und Lake Birrabee halt gemacht. Ich habe bis jetzt noch nie so schöne Seen gesehen. Ich weiß nicht, ob meine Fotos den Eindruck vermitteln können, den ich dort hatte, aber das war wirklich mal ein netter Anblick.
Danach ging es dann wieder quer über die Insel zurück zur Ostküste, wo wir um 16 Uhr die letzte Fähre aufs Fetsland genommen haben.
(Im Zuge dieser erlebten Autofahrt habe ich die Theorie aufgestellt, dass alle chinesischen Taxifahrer das Fahren auf Fraser Island erlernt haben und zurück in der Ameisenstadt dann nur vergessen haben, das sie A: In China nicht mehr allein auf der Starße sind und B: wieder Asphalt unter den Rädern haben. Wer eine Diplomarbeit in diese Richtung verfassen möchte, darf mich gerne kontaktieren.)
Zusammenfassend kann gesagt werden Fraser Island ist ein Muss für jeden der sich mal in der Gegend aufhält! Vielleicht liegt meine Euphorie auch darin begründet, dass ich diesmal mit wenig Erwartungen an den kleinen Ausflug gegangen bin. Und was natürlich den Spaßfaktor um einiges erhöht, ist wenn man selbst fahren kann. Viele sitzen in einem Geländebus oder hinten in den Wagen drin und erleben nicht den Spaß den ich und Dad bei der Tour hatten (Ma hatte es dankend abgelehnt zu fahren ). Wenn wir auf unserer Tour im Dezember nochmal an Fraser vorbei fahren und sich die Gelegenheit bietet günstig einen Wagen zu mieten, bin ich auf jeden Fall nochmal mit von der Partie!
Am Sa ging der Wecker dann abermals um 6.30 Uhr, denn für diesen Tag war Wahle watchning angesagt. Voller Zuversicht bestiegen wir dann im Morgengrauen unseren Katamaran, von dem wir uns eine bessere Erfolgsquote versprachen und vom dem wir uns eine angenehmere Atmospähre erhofften, als mit 150 anderen Leuten auf einem Schiff den Tag zu verbringen. Der Nachteil war nur leider, dass es an diesem Tag so gut wie windstill war und der Katamaran seine Stärke nicht so ganz ausspielen konnte. Der Zusatzmotor, der wohl eigentlich eher für ein Schlauchboot gedacht war, brachte uns dann innerhalb von 4 Std an den Punkt, an den wir eigentlich wollten. Das A und O beim Wahlewatching ist im Endeffekt die Geschwindigkeit des Bootes auf dem man sich befindet. Denn wenn an einem Tag Wale unterwegs sind, wird diese Information eh von Boot zu Boot weitergegeben. Die halten da schon alle zusammen, damit sie Ihr täglich Brot verdienen. Wenn also eine Meldung kommt, gilt es möglichst schnell diese Stelle zu erreichen. Und es ist schon etwas frustrierend, wenn man am Horizont bereits 2 Boote bei der Beobachtung sieht und links und rechts auch die anderen noch an einem vorbeiziehen und einem selbst nur die Hoffnung bleibt, dass die Meeressäuger es heute hoffentlich nicht so eilig haben weiterzukommen. Zum Glück hatten die Wale an diesem Tag für uns den Sparschwimmmodus eingeschaltet (also ähnlich wie wir den Sparfahrmodus) und wir haben es auch noch geschafft uns rechtzeitig an Ihre Position zu begeben.
Es ist nur leider (natürlich auch vernünftig so!) nicht erlaubt sich den Walen unter 100 Metern zu nähern. Wenn man also die Buckel aus dem Wasser ragen sieht (bei unserem ersten Kontakt hatten wir 2 Buckelwale) nähert man sich auf 100 m, schaltet selbst den Motor auf Slowmotion (was bei uns eigentlich bedeutet hätte das wir gar nicht mehr vorangekommen wären
) begleitet die Wale ein bisschen und hofft, das sie sich von sich aus nähern um mal einen Blick auf die menschliche Spezies zu werfen. Einmal wäre es auch fast dazu gekommen, ca. 50 m vom Boot entfernt (man konnte die Schatten unter Wasser erkennen) haben sie sich dann aber doch umentschieden und sind wieder davongeschwommen. Schade! Viele andere Boote hatten an diesem Tag das Glück einen etwas näheren Blick zu erhaschen. Uns blieb dieser jedoch verwehrt. Nichtsdestotrotz haben wir an diesem Tag 4 oder 5 Wale gesehen (die Buckel, die Schwanzflossen und bei einem auch die Seitenflossen), Delphine und sogar 2 Wasserschildkröten! Auf der einen Seite war es schon beeindruckend Wale „erahnen“ zu können, auf der anderen Seite fand ich persönlich es schade, dass man nicht einmal die Chance hatte einen Blick auf die Ausmaße eines dieser gewaltigen Tiere zu bekommen. Und sei es dass sie nur unter Wasser mal nah am Boot vorbeischwimmen. Aber ich habe ja noch etwas Zeit. Vielleicht begebe ich mich zur Hochsaison (September, Oktober) ja nochmal auf ein Boot und bekomme dann die Chance einen aktiven, interessierten Kollegen anzutreffen. Gerade Buckelwale (die hier in Australien hauptsächlich anzutreffen sind) sind nämlich normalerweise die Aktiveren unter ihrer Art. Vielleicht hüpft ja mal einer für mich aus dem Wasser… ich werde es dann sicherlich berichten! Nach weiteren 3 Stunden Beobachtungen haben wir uns dann wieder auf den Heimweg gemacht… weiter 4 Stunden. Das Flair war wirklich nett auf dem Katamaran, auf jeden Fall angenehmer als auf einer großen Fähre, aber die Dauer war schon etwas ausschweifend.
Montag stand dann im Zeichen vom Crocodile Hunter! Im Australa Zoo dem Vermächtnis vom australischen Volkshelden Steve Irwin, wurde dann die weitere Tierwelten Australiens näher unter die Lupe genommen.
Gleich am Eingang stand ein Mitarbeiter des Zoos mit einem kleinen putzigen Koala. Dieser musste natürlich gleich erstmal gestreichelt werden. Schien ihn auch nicht sonderlich zu stören von den ganzen Leuten angefasst zu werden, da er mehr oder weniger noch am schlafen war. Des weiteren mussten bevor die große berühmte Krokodilshow anstand noch Wombats (wer diese Tiere nicht kennt sollte sich auf jeden Fall den Link angucken. Die sind echt lustig!), Riesenschildkröten, Tiger, Elefanten, Krokodile, weitere Koalas und und und begutachtet werden. Im Gegensatz zum Beijing Zoo ist es schon eine Freude zu sehen, das die Tiere hier nahezu artgerecht gehalten werden! Die große Krokodilshow war dann aber nicht so der Bringer. Ich denke mit einem Steve Irwin wäre das schon eine andere Hausnummer geworden! Danach ging es dann in den Zooeigenen Streichelzoo. Und hier gab es dann, nicht wie bei uns Kühe und Ziegen, sondern Kangaroos zum anfassen. Auch recht entspannte Kollegen, die man da angetroffen hat! War schon ganz lustig ein Kangaroo wie einen Schoßhund streicheln zu können.
Am Finalentag durfte dann glatt mal bis 8 Uhr ausgeschlafen werden. War aber auch dringend nötig, da danach eine 5 Stündige Wanderung durch den Lamington Nationalpark (größter Subtropischer Regenwald Australiens) anstand. War eine interessante Erfahrung, da ich auf diese Art der Tagesgestaltung leider nicht eingestellt war. Da ich meine Wanderausrüstung in Deutschland vergessen hatte, blieb mir nichts anderes übrig als diese Tour in Baggy Jeans und Sneakern durchzuführen… gut das es die in China gekauften Adidas waren und somit mit einem max. Wertverlust von 5 Euro gerechnet werden konnte (da es geregnet hatte waren die Wege großteils matschig). Nach der Wanderung, bei der wir unzählige Riesenbäume, Lianen, ein wildes Wallaby und tolle Wasserfälle gesehen haben, haben wir die Möglichkeit genutzt im Tree-Top-Walk einen Einblick zu bekommen, wie es in den Baumkronen eines Regenwaldes aussieht.
Über eine Länge von ca. 200 m konnte man auf einerm Weg durch die Baumkronen wandern und an einer Stelle sogar ganz hoch in die Spitze eines Riesenbaums klettern (dort befand man sich dann 34 m über dem Boden). Auch wenn es sich spektakulärer anhört, als es im Endeffekt war, war die Aussicht von da oben schon nicht schlecht!
Nachdem mit diesem Haken der letzte Punkt auf der Liste erledigt war, hieß es sich Richtung Brisbane zum Flughafen zu begeben, da Ma und Dad dort am Mi um 6.00 Uhr weiter nach Alice Springs geflogen sind (sind dort auch gut angekommen. Habe vorgestern noch mit ihnen telefoniert).
Ich habe dann noch den Camper zurück gebracht und bin mit dem Bus wieder nach Hause an die Sunshine Coast gefahren. Dort angekommen, bin ich natürlich direkt in die Uni gefahren, um meine verpassten Kurse nachzuarbeiten (der Gesichtsausdruck des Autors an dieser Stelle wird für ewig geheim bleiben!).
Jetzt am We haben wir es uns dann richtig gut gehen lassen, und die Tage einfach mal Tage sein lassen. Sowohl Sa als auch So hatten wir strahlend blauen Himmel und perfektes Beachwetter! Das haben wir an beiden Tagen natürlich ausgiebig genutzt. Denn ab morgen geht schließlich der Ernst des Lebens wieder los. Auch wenn bei mir noch sehr gemächlich. Aber man muss wirklich schon einen Menge für die Kurse nebenher tun, damit man Anschluss halten kann. Und das wird ab morgen dann auch wieder getan!
Soweit von mir!
Hoffe in der Heimat geht es auch allen gut?! (habe gehört das das Wetter im Moment auch gut ist)
Bis die Tage
Lennart
@ Opa: Eine Beschreibung zu den Bildern gibt es auch. Am besten lässt Du Dir das mal von meinem Bruder oder meinem Vetter erklären! (wenn sie schon entdeckt haben, wie es geht)
@ Anne: Das es wieder mehr zu berichten gibt, zielte darauf ab, das wir an dem We so viel erlebt haben, worüber man schreiben kann. Und in der Uni nicht so viel weltbewegendes passiert.
@ Hans: Da freue ich mich, dass auch Dir die Berichte gefallen. Auch wenn es während des Studiums vielleicht nicht mehr so oft, so viel zu berichten gibt. Aber ich lasse bestimmt regelmäßig von mir hören!
@ Hannes: Glückwunsch! Ich wusste schon immer das Du ein großer wirst
Reservier schon mal ein Olympiaticket 2012 in London für mich!




1. Wie immer
Habe mich noch mal ein bisschen über Fraser Island schlau gemacht, hört sich ja ganz schön schön an…
Wale schauen habe ich mit Alex auch mal gemacht, als wir auf Teneriffa waren, ich hatte nur ein kleines Problem damit, das ich zeitgleich „Der Schwarm“ von Frank Schätzing gelesen habe… und mich deswegen nicht so richtig entspannen konnte.
Schade, das Mr. Irwin so früh gehen musste, ich denke mal mit Ihm hättet ihr etwas mehr Spaß gehabt…
Und zum supersonnenstrandwetter… (Ich warte auf Pics
)
Von: Der Eis am August 3, 2008
um 8:26
mein hübscher,du solltest autor werden!!! ich amüsiere mich beim lesen jedesmal köstlich!
fotos machenleicht neidisch-aber bitte mehr davon.
lg aus der hauptstadt
Von: svenja kügler am August 6, 2008
um 10:08
Hi Lennart,
haben gerade am Flughafen Singapore die Gelegenheit genutzt Deine letzten Berichte zu lesen – haben uns sehr amuesiert! Sind auch echt gute Fotos dabei, toll! War wirklich eine superschoene Reise, werden wir noch lange von zehren!
Mehr ueber unsere Erlebnisse im Red Centre und am Top End dann mal spaeter.
Liebe Gruesse, dicken Kuss
von Ma und Dad
Von: Dorothee Kuempel am August 12, 2008
um 2:32