Verfasst von: lennartkrippner | Dezember 1, 2008

Beginn der Reise

Die Reise hat begonnen. Nachdem ich es tatsächlich geschafft hatte den Großteil meiner Klamotten auf einen Rucksack und zwei weitere Handgepäck Stücke zu verteilen, habe ich die Sunshine Coast vorläufig hinter mir gelassen und den Flieger nach Cairns bestiegen. In Cairns angekommen hat Marc, ein Mitglied der Vierermannschaft, wie verabredet direkt am Flughafen auf mich gewartet (Marc ist nach Beendigung seiner Diplomarbeit frisch aus Deutschland eingetroffen.) Zusammen haben wir uns dann in unser Hostel aufgemacht und die letzten Monate erst einmal revue passieren lassen. Am nächsten morgen hat die Ankunft von Aydin und Mehmet unser Team vervollständigt (Aydin und Mehmet sind wie Marc ebenfalls Kommilitonen von der SpoHo).

4 Jungs auf grosser Reise (Marc, Ich, Mehmet, Aydin)

4 Jungs auf grosser Reise (Marc, Ich, Mehmet, Aydin)

Die erste Aufgabe die nun anstand war einen fahrbaren Untersatz zu organisieren, der die Bedingung erfüllen sollte nicht direkt am Anfang der Reise unsere Konten in die roten Zahlen abrutschen zu lassen. Nach viertagiger Suche haben wir dann glücklicherweise ein Angebot gefunden, welches wir nicht ablehnen konnten. Ich war am ersten Tag bereits bei Avis und hatte mich nach verfügbaren Autos erkundigt. Da Avis der einzige Verleih war der noch einen 4 Wheel Drive (Allradantrieb) zur Verfügung hatte, war uns eigentlich eh nicht viel Spielraum gegeben (da zur Zeit alle Backpacker und sonstige Reisenden von Norden nach Süden fahren ist das Angebot relativ rar). Als wir dann noch mal in unserem Hostel nach Möglichkeiten für Autovermietungen nachgefragt haben, sagte uns die nette Dame an der Rezeption, dass wir einen Rabatt bekommen würden, falls wir das Angebot von Avis über sie buchen würden. Gesagt getan. Somit haben wir nun einen Nissan Patrol für die komplette Zeit bis Melbourne (7 Wochen) für sage und schreibe knapp 3000 Dollar (im Moment ca. 1500 Euro) bekommen! Hört sich im ersten Moment vielleicht viel an. Aber wenn man bedenkt das wir zu viert sind und das Auto 7 Wochen zur freien Verfügung haben, gibt es kein besseres Angebot. Und selbst Benzin kostet hier momentan nur zwischen 60-80 Cent der Liter!! (Ich weiß, dass das jetzt eine hart zu verkraftende Information für alle Autobesitzer in Deutschland sein muss…)

Als wir das Auto dann endlich hatten (das größte Hindernis also erst einmal aus der Welt war), stand der nächste organisatorische Kraftakt ins Haus. Alle Camping- Utensilien besorgen. Hört sich nicht so schwer an, aber wenn vier Meinung in sensibler Hinsicht auf Budgets und Vorstellung aufeinandertreffen kann das schon mal kompliziert werden… Aber auch diese Etappe konnten wir dank einiger guter Schnäppchen innerhalb von 4 Stunden hinter uns bringen.

Nun konnte es losgehen! Noch kurz zu Woolworth (im Gegensatz zu Deutschland ist Woolworth in Australien ein großer Supermarkt) um sich mit dem wichtigsten Proviant zu versorgen (Wasser, Bananen, Müsli, Milch, fertig!) und dann ging es Richtung Norden zum Cape Tribulation.

Es geht los... Unser schicker Wagen

Es geht los... Unser schicker Wagen

Exkurs Great Barrier Reef:

Den dritten Tag in Cairns haben wir es uns nicht nehmen lassen, eine Tagestour auf einem Segelschiff zur Green Island, einer Insel im Great Barrier Reef, zu buchen. Hieß morgens um 6.30 aufstehen (und das im Urlaub!) Badehose und Sonnencreme zur Hand und ab zum Hafen. Am Boot angekommen habe wir erfahren, dass an diesem Tag die normale Kapazität von 35 Leuten nicht ganz erreicht wurde. Wir waren zu zehnt. Von diesen zehn Leuten stellten wir dann auch schon 4. Somit hatten wir praktisch ein privates Segelboot mit Skipper für diesen Tag. Alles richtig gemacht!

Unser "Privatschgiff"

Unser 'Privatschiff'


Wir sind dann ca. 2 Stunden raus aufs Reef gefahren und haben dort den Anker geworfen. (Also bitte nicht wort-wörtlich verstehen. Wir haben natürlich keinen Anker auf das Reef geworfen!) Die nächsten 2 Stunden hatten wir dann Zeit durchs Reef zu schnorcheln und wenn es uns gefällt danach eventuell noch einen 30 minütigen Tauchgang zu machen.

Aydin und ich beim schnorcheln

Aydin und ich beim schnorcheln

Wir also super aufgeregt. Wer hat zuerst die Flossen an und die Brille auf. Da ich meine eine Flosse tauschen musste, gehörte ich leider zu den Verlierern im internen Wettstreit. Sollte sich aber nicht als so schlimm herausstellen, da 2 Stunden Schnorcheln schon ganz gut auf die Pumpe gehen und die anderen meist nach einer Stunde schon wieder im Boot waren. Unter anderem aber auch deswegen, weil sie ein wenig enttäuscht vom Anblick des Reefs waren. Und ich muss sagen, ,dass es mir anfänglich ähnlich ging. Aber es sind natürlich wieder die mit Photo-Shop zu hochglanzfarben aufpolierten Werbefotos die einen das ultimative erwarten lassen. Unter Wasser sind die Farben der Korallen natürlich lange nicht so bunt wie auf bearbeiteten Fotos. Nachdem ich die anfänglich Enttäuschung aber überwunden hatte und mich mal intensiver mit einzelnen Abschnitten beschäftigt habe, hat man schon einen Eindruck dafür bekommen wie faszinierend dieser größte zusammenhängende Nationalpark der Welt ist. Da gibt es wirklich Unmengen von Leben. Seien es Fische, Korallen oder andere Wasserbewohner. Und die Fische sind schon teilweise in extrem bunten Farben. Wenn man dann mal abtaucht und sich ihnen nähert scheint sie das kaum zu kümmern. Nur im letzten Moment bevor man sie dann wirklich berühren könnte, ziehen sie noch mal an und entfernen sich wieder leicht. Auch wenn man die Korallen berührt, gibt es von weich über glitschig bis zu hart die verschiedensten Arten und Formen. Nach den zwei Stunden war ich dann doch noch ziemlich beeindruckt von dieser einzigartigen Vielfalt an Leben. Unter unserem Boot haben sich auch immer wieder recht große Fische eingefunden, denen man sich bis auf einen Meter nähern konnte. Und beim zweiten Tauchgang, nachdem wir kurz auf der Insel waren, hatten sich unerwartet vier kleine Haie an unserem Boot eingefunden. Dann hieß es natürlich wieder schnell Equipment an und ab ins Wasser. (Für alle Leute, die sich in diesem Moment denken wir seien Lebensmüde, sei gesagt die Haie waren nur ca. einen Meter lang und hatten auch mehr Angst vor uns als wir vor ihnen.) Ich bin einem mal eine ganze Strecke gefolgt, aber sobald man sich unter 2-3 Metern nähert suchen sie schnell das Weite.

Unsere Schwimmpartner (oben rechts ist der Hai zu sehen)

Unsere Schwimmpartner (oben rechts ist der Hai zu sehen)


Nach einem leckeren Mittagessen auf dem Boot und verschiedener Obst und Muffin-teller hieß es dann gegen ca halb Drei auch schon wieder die Heimreise anzutreten. Den Tauchgang haben wir uns alle gespart, da man beim Schnorcheln eigentlich schon alles gesehen hatte und wir das dann doch lieber an einer anderen Stelle des Reefs probieren werden (Vielleicht bei den Whitsunday Inseln).

Zurück zum Trip. Nachdem also alles geregelt und besorgt war, hieß es ab Richtung Norden zum Cape Tribulation. Das Cape ist laut Reiseführern einer der wenigen Flecken (wohl nur 2 oder 3) auf dieser Erde, an dem ein tropischer Regenwald direkt bis ans Meer reicht.

Aber erst mal hieß es ein paar der nördlichen Strände von Cairns abklappern. 7 oder 8 an der Anzahl haben wir uns drei ausgewählt bei denen wir noch einmal Halt gemacht haben, kurz Fotos geknipst (der bereits bekannte Arbeitsnachweis) und weiter. Am letzten haben wir dann das erste mal unsere Campingutensilien genutzt und unser Abendessen bereitet (Kartoffel mit Gulasch aus der Dose). Da es bereits etwas später war, haben wir uns überlegt hier ebenfalls die Nacht zu verbringen. Da Wild-Campen in Australien aber verboten ist, war die Überlegung, ob wir das Zelt aufschlagen, oder uns einfach mit dem Schlafsack an den Strand legen. Da wir in Australien sind und es super Wetter ist war die Entscheidung trotz einiger anfänglicher Bedenken bezüglich Krabbeltiere schnell getroffen. Also alle den Schlafsack unter den Arm, den Strand runter gelaufen und eine ebene Stelle gesucht. Hinlegen, einschlafen. Gar nicht mal so ungemütlich… Auf einmal, gegen 2 Uhr nachts, berührt mich was am Bauch. Uuaahahhh. Was kann das sein. Dann noch eine Stimme… Als ich aufgucke, merke ich es ist nur Aydin. „Hey, es regnet!“. Ich merke tatsächlich vereinzelt Tropfen vom Himmel auf uns nieder regnen. Ich: „Das sind nur n paar Tropfen. Das hört gleich wieder auf. Leg Dich wieder hin.“ Als dann 2 Minuten später der Monsunregen über uns nieder gegangen ist, wollte ich diese Kommentar nicht noch einmal wiederholen… Da wir ca. 500 m den Strand runter gegangen waren, mussten wir diesen Weg nun gezwungenermaßen auch wieder zurück laufen. Mit dem Schlafsack über dem Kopf kam es mir eher wie 5 km vor. Komplett durchnässt haben wir dann doch noch das Auto erreicht. Die restlichen Stunden komplett nass im Auto zu verbringen (versuchen zu schlafen), war dann natürlich auch nicht mehr sehr erholsam. Da hatte unsere Reise direkt einen unvergesslichen Einstieg. Auch wenn wir alle wahrscheinlich gerne darauf verzichtet hätten. Am nächsten Tag ging es dann weiter Richtung Norden. Nächster Stop war ein kleiner Creek bei Mossman, einer kleinen Stadt nördlich von Cairns. Dort haben wir dann einen kleinen Lauf durch den tropischen Regenwald gemacht, bei dem wir leider keine außergewöhnlichen Tierbegegnungen verbuchen konnten und uns danach in dem Creek (Süßwasserfluß, der sich zwischenzeitlich zu größeren Becken aufstaut) ausgiebig abgekühlt. Gegen Nachmittag haben wir dann über einen Fluß in den Daintree Nationalpark übergesetzt und sind bis zum Cape Tribulation gefahren. Dort angekommen haben wir uns dann gleich mal wieder ein Hostel gegönnt (nachdem Schock der letzten Nacht).

Am nächsten Tag haben wir dann das Cape begutachtet. Dazu sind wir einmal runter an den Strand gelaufen und einmal haben wir uns das ganze von einem Lookout (Aussichtsplattform) aus angeschaut. Haken gemacht, fertig ;)

Sicht auf das Cape Tribulation (links ist der Regenwald zu sehen)

Sicht auf das Cape Tribulation (links ist der Regenwald zu sehen)

Aber sah schon seht imposant aus! Später ging es dann noch weiter nach Norden. Dort konnten wir dann das erste mal die Vorteile unseres Wagens nutzen, da man nördlich des Capes nur noch mit 4-Wheel Autos fahren darf. Unser nördlichster Punkt war dann Cooktown, benannt nach James Cook, der hier das erste mal mit seinem Schiff Endeavourvor Anker ging. Bis auf eine bronzene Captain-Cook Statue hat Cooktown aber auch nicht viel zu bieten.

Heute sind wir dann auf der Inland-Strecke wieder zurück nach Cairns gefahren. Hier wird noch einmal eine Nacht verbracht und dann geht es morgen gen Süden, zu den Whitsunday-Inseln, wo erneut ein ein- oder zwei Tagestrip mit dem Segelboot geplant ist.

Es gibt wieder eine Menge zu sehen!! Das Haeckchenbuch wurde erneut geoeffnet !

Bis dahin

Lennart

PS: Da meine Kamera wohl leider den Geist aufgegeben hat (Nachwirkungen von vor 2 Monaten, wo sie mir mal in den Sand gefallen ist) brauche ich erst noch die Bilder der anderen Kollegen, um die Fotoalben zu aktualisieren. Da die Internetverbindungen hier nicht die schnellsten sind, bitte um Geduld wenn es etwas dauert. Hoffe aber das ich es morgen noch hinbekomme!

PSS: Aufgrund der unregelmaessigen Internetmoeglichkeiten nicht boese sein, wenn ich emails erst 1-2 wochen spaeter beantworte! Aber trotzdem fleissig weiter melden. Ich freue mich ueber jede Mail und versuche mich so schnellst moeglich zurueck zu melden.


Antworten

  1. ERSTER :)
    naja und wohl auch „vorübergehend“ letzter kommentar! noch 5 tage und auch unsere reise geht los und noch 10 tage und ich kann idhc wieder drücken – bruderherz!

    hab mich über deinen anruf gefreut!
    viel spass und BIS BALD

    big B

  2. Mann, mann,

    hört sich echt gut an. Das Wetter ist hier ebenso fantastisch wie bei euch, unglaubliche 25Grad in Köln und Weihnachtsmarkt in Shorts, aber trotzdem werde ich hier gerade ein wenig neidisch…

    lasst es euch gut gehen und passt auf die Krokodile auf!

    Wer ist denn der dicke braune Fisch im Wasser? Der könnte euch doch bestimmt für ein paar Tage ernähren :)

  3. Moin Moin
    Das sieht ja alles wieder sehr nett aus. Vor allem wenn man hier mal aus dem Fenster guckt. Ich würd wohl tauschen.
    Achja Julia ist auch irgendwo auf diesem Kontinent unterwegs. Oder wusstest du das?

    Könnt ihr mit der Karre überhaupt um? Nen Glof hätts doch auch getan oder? ;)
    Jung hast du dir deine linke Hand beim pauken verletzt?

    Best Grüße und noch viel Spaß auf eurem (Road)Trip.

    Tange

  4. Reef — Cape Tribulation — Erinnerung !
    —“Neid“….. :-) )
    wünsch dir / euch noch viele tolle – regenfreie! – Tage! und – wie schon von Tobi gesagt – passt (wirklich!) auf die Krokodile und Quallen auf !
    Und – kauf dir ne neue Kamera !! (= Weihnachtsgeschenk von mir – für 2010 !!)
    lG Otto

  5. Na, was für ein tolles Auto….hätten wir mal letztens sowas gehabt, als wir durchs Outback fuhren…. Dafür sind wir im Kakadu-Park vom Monsunregen verschont geblieben, da andere Jahreszeit…und wie sieht´s aus mit Stechmücken? Und Schlangen? Habe Dir heute, am Nikolausi, Dein Weihnachtsgeschenk überwiesen. Vielleicht sind jetzt noch ein paar weitere Hostelübernachtungen möglich??

    Weiterhin eine wunderbare, unvergessliche Zeit,

    liebe Grüße von Ma


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