Verfasst von: lennartkrippner | Dezember 17, 2008

Cairns – Noosa

 

Nachdem wir Cairns nun endgültig hinter uns gelassen haben, hieß das nächste Etappenziel Whitsunday Inseln. Diese gleine Inselgruppe zählt zu den absoluten Sehenswürdigkeiten in Australien! Die Hauptattraktion stellt dabei der Whiteheaen Beach, ein riesiger, schneeweißer Sandstrand. Aber erst mal mussten noch gut 700 km bis Airlie Beach, dem Abfahrtspunkt aller Whitesunday-Touren zurück gelegt werden.

Am ersten Tag haben wir keine 30 km von Cairns das erste mal Halt gemacht (nach 30 km hat man sich schließlich die erste Pause verdient!). Die Crystal Cascades standen auf der Tagesordnung. Die Crystal Cascades sind mehrere kleinere Wasserfälle, die sich zwischenzeitlich zu größeren Becken zusammenfindet, so dass man bequem in ihnen schwimmen kann. Und auch eigentlich nicht so schwer zu finden…. eigentlich. Die Strecke und den Parkplatz haben wir ohne Probleme gefunden. Eigentlich das größte Hindernis. Aber da uns ein Teammitglied des Segelbootes, mit welchem wir am Cape Tribulation zur Green Island gesegelt waren, von einem unglaublichen 30m! Sprung erzählt hatte, der irgendwo ein bisschen Abseits zu finden sei, haben wir uns dazu verleiten lassen, nicht den Massen zu folgen, sondern einen kleinen Seitenpfad in den Busch einzuschlagen. Nach ungefähr 5 min Fußmarsch haben wir dann auch schon eine kleine Wasserstelle gefunden. Auf dem richtigen Weg… dachten wir. Ermutigt vom ersten, angeblich richtigen Wegweiser, haben wir logisch gedacht. Hätten wir vielleicht sein lassen sollen… Ein 30 m Sprung muss ja schon ein bisschen weiter oben sein. Und da sich rechts von uns auch ein kleiner, schmaler Pfad den Hügel hochschlängelte, mussten wir ja eigentlich richtig sein. Beginn des Aufstieges. Unklug vielleicht, das einer der Kollegen Badelatschen anhatte, und zwei weitere mit freiem Oberkörper unterwegs waren… durch den Regenwald. Aber was solls. Kann ja nicht so weit sein. Jedoch beginnt sich nach 15 min der Gipfelsturm ein wenig in die Länge zu ziehen. Und es ist kein Plateau in Sicht. Egal. Ein bisschen Workout kann ja nicht schaden. Auch wenn der Weg schon ein bisschen rutschig und steil wird. Aber wir sind schließlich 4 gestandene Kerle. Und Abenteurer. Da gibt keiner auf. Der Schweiß tropft mittlerweile allen vom Kinn. Nach einer halben Stunde beginnt sich der Pfad um den Berg herum zu winden. Es wird eben. Vielleicht ein gutes Zeichen. Doch plötzlich geht der Weg weiter nach oben, oder wieder nach unten. Da wir oben kein Wasser mehr erwarten konnten, und man unten leichtes Plätschern hören konnte, haben wir den Abstieg eingeschlagen. Obwohl wir mittlerweile fast auf der Rückseite vom Hügel sein mussten. Egal. Keiner hatte mehr so richtig Lust. Wäre wahrscheinlich eh keiner von 30m gesprungen. Wenn dieser Sprung denn überhaupt existiert… Also, runter. Der Weg führt nur unangenehmerweise fast senkrecht runter. Und die Steigung war ja bereits angesprochen. Nach ein paar Schürfwunden und ein paar Ausrutschern haben wir dann endlich das Wasser erreicht. Das Problem war nur das da nix zum springen oder baden war. Sondern einfach nur der Wasserfall, wie er sich seinen Weg den Berg herunter sucht, zwischenzeitlich zu einem kleinen Becken aufgestaut…. SCH… !!!! Da keiner wirklich Lust hatte den ein Stunden Auf- und Abstieg wieder zurück zulegen, haben wir erst mal versucht uns einen Weg am Wasserfall entlang zu suchen. Wasser fließt von oben nach unten, dass heißt wenn wir dem Wasser folgen, kommen wir schon wieder nach unten. Hat auch 5 min ganz gut geklappt, bis der Wasserfall zwischen 2 senkrechten Felswänden ca. 10m in die Tiefe ging. Diesen, vom Segelcrewmitglied sicherlich nicht gemeinten, Sprung wollte keiner von uns riskieren. Auch wenn wir mittlerweile schon etwas genervt waren (wir wollten doch schließlich nur einen schnellen Abstecher hierher machen), haben wir die Baderegeln vom Seepferdchen noch gut im Kopf verinnerlicht. Niemals in unbekannte Gewässer springen! Besonders nicht wenn man unten mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Felsen aufschlagen würde. Was blieb uns anderes übrig als den bekannten Weg wieder in die entgegengesetzte Richtung zurück zu legen. Wir wollten uns nicht noch mal in eine Sackgasse manövrieren… Da die ersten Strecke des Pfades keine 2 Meter am Abgrund vorbeilief, hieß es noch einmal höchste Konzentration. Wir sind schließlich erst am Anfang unserer Reise. Plötzlich rutscht Aydin weg und ich sehe seinen Kopf von meiner Position aus nicht mehr. Schock. Eine Sekunde später schlägt ein recht großer Felsbrocken mit eine unheimlichen Knall 10m tiefer auf dem Fels auf. Und Aydin steht Gott sein Dank wieder auf dem Pfad…. Puh. Wir sind gewarnt. Da man sich nicht immer sicher festhalten konnte, kam schon der ein oder andere Adrenalinkick zustande.

Nach gefühlten 8 Stunden hatten wir dann endlich wieder den gepflasterten Parkplatz unter den Füßen und haben uns auf den ganz normal geteerten Weg zu den Badestellen begeben.

 

 

Bei einem der Becken, in denen man schwimmen konnte, war dann sogar wirklich ein Sprung aus gut 12m möglich. Aydin und Mehmet haben dieses Wagnis auch auf sich genommen. Ich hätte es natürlich auch getan… (ohne mit der Wimper zu zucken.. bin ja schließlich schon in Peking Taxi gefahren!) .. doch ärgerlicherweise hinderte mich eine kleine Verletzung an der linken Hand am Aufstieg zur Absprungstelle. Beim nächsten mal ganz sicher J !! Nach dieser kleinen, erfrischenden Abkühlung haben wir uns wieder auf den Highway begeben. Die folgende Nacht wollten wir eigentlich in Mission Beach verbringen. Ein kleiner idyllischer Ort an der Küste, der in den Reiseführern als ein lohnender Abstecher angepriesen wird. Jedoch sind wir leider erst spät abends angekommen und in Mission Beach waren die Bürgersteige bereits hochgeklappt. Nach einem kurzen Abendmahl haben wir uns dann noch bis nach Townsville durchgekämpft und haben eine traumhafte Nacht im Auto verbracht…

Die nächste Station hieß Airlie Beach. Hier haben wir uns 2 Tage auf einem Campingplatz eingemietet. Am zweiten Tag stand dort dann die Ein-Tages- Tour zu den Whitsundays an. Wie bereits angesprochen, ist das wohl mit einer der schönsten Plätze in ganz Australien (und Australien mangelt es wahrlich nicht an schönen Flecken). Wir sind morgens um 9.30h mit einem Speedboot zu den Whitsundays aufgebrochen. Nach einer ca. einstündigen Fahrt war das erste mal Schnorcheln angesagt. Aber erst einmal mussten wir uns in unsere super sexy Ganzkörper Stinger- Suits quetschen. Da vereinzelt noch Quallen unterwegs sind, empfehlen die Organisatoren sich mit diesen Anzügen zu schützen (natürlich nicht zuletzt um auch noch ein bisschen Kohle zu machen).

 

Als wir dann endlich im Wasser waren, war das schlechte Schnorchelerlebnis von Cairns direkt vergessen. Auch wenn das Wasser leider nicht ganz so klar war wie in Cairns, war die Vielfalt an Leben und Korallen schon um einiges höher. Es hat dann auch nicht lange gedauert bis wir unsere erste, große Wasserschildkröte gesehen haben. Und es war eine richtig große! Sie saß ganz gemütlich auf dem Reef und ich bin auch einmal runter getaucht und habe Ihr über den Panzer gestreichelt. Faszinierend!! Nach diesem tollen Erlebnis haben wir uns auf zum Whiteheaven Beach gemacht. Ein ewig breiter, langer, schneeweißer Sandstrand. Es ist nicht einfach diesen unglaublichen Eindruck zu beschreiben. Guckt Euch einfach die Fotos an. Die können mehr als jede Beschreibung sagen. Auch der kurze Lauf zum Lookout verschlug einem noch einmal die Sprache…

 

Nach diesem sensationellen Erlebnis haben wir noch eine Nacht in Airlie Beach verbracht (auch weil es ein nicht ganz so schlechter Partyort ist) und sind dann weiter zur Town 1770 und Agnes Water. Zwei neue Modeorte an der Küste und gleichzeitig die nördlichsten Strände an denen es noch möglich ist zu surfen. Nördlich von diesen Orten fängt das Great Barrier Reef jegliche Wellenbildung ab.

Nach einer Nacht auf dem Camping Platz in Town 1770 haben wir uns dann zum nächsten großen Spot aufgemacht: Fraser Island. Auch wenn ich hier bereits mit meinen Eltern war, hat mich Fraser schon sehr beeindruckt und ich habe mit den Jungs noch einmal eine 3 Tagestour gebucht. Leider verbietet es unsere Autovermietung, unseren eigenen Wagen mit dorthin zu nehmen (war aber vielleicht auch besser so J ). So haben wir dann über Aussie Trax eine Tour gemietet, bei der bis zu 8 Leute in einem Wagen fahren. Da wir uns aber extra so eingebucht hatten, das niemand andres an dem Tag dabei war, hatten wir das Auto für die 3 Tage zu unserer eigenen Verfügung. In den drei Tagen haben wir zu den mir bereits bekannten Spots, wie Lake Mc Kenzie, Lake Birrabeen und Lake Wabby auch noch den Lookout Indien Head, die Champagne Pools und zwei, drei andere Seen besucht. Ich kann denke schon behaupten, dass ich die Insel nun ganz gut kenne J Des weiteren hatten wir natürlich 3 Tage erneut Fahrspaß pur!! Auch wenn es am ersten Tag noch leicht geregnet hatte und wir schon Befürchtungen hatten unsere Tour würde buchstäblich im Wasser unter gehen, hat sich das Wetter in den nächsten beiden Tagen wieder zum gewohnten Bild gewendet. 30° und blauer Himmel!

Nachdem wir Fraser dann endgültig hinter uns gelassen hatten, haben wir eine Nacht in Noosa, bei Meike, einer Freundin von mir übernachtet, bevor wir (mit Meike) dann am nächsten Tag zu einem Surfcamp zum Double Island Point aufgebrochen sind. Hier war ich ja bereits auch schon mal. Aber da es absolut lohnenswert ist (besonders wenn man auch surfen will) habe ich auch diesen Trip gerne erneut auf mich genommen). Und es ist immer  interessant zu sehen 3 Tage „fast nur“ mit den Ressourcen zu leben oder klar zu kommen, die einem die Natur zur Verfügung stellt.

Aktuell sind wir wieder zurück in Noosa und werden uns heute weiter in meine alte Heimat, die Sunshine Coast, begeben. Ab dem nächsten Wochenende steht dann Brisbane auf dem Programm. Zu Weihnachten sind wir dann in Byron Bay!

 

Dann werde ich das nächste mal von mir hören lassen!

 

Bis dahin!

 

Lennart

 

 

PS: Fotos sind nun auch einigermaßen aktuell!!

PSS: Konnte aufgrund eines kleinen technischen Problems leider keine pics in den Artikel einfügen. Sind dann bei den Fotoalben zu finden!

@ Tobi : Hab schon gehört, dass in Köln super Wetter ist :) Aber Du musst ja ausgerechnet ins kalte Kanada flüchten… wann gehts eigentlich los?

@ Dad: Keine Angst, wir beschrieben wurden wir mit super Stinger suits ausgestattet. Und Krokodile haben wir leider erst gar nicht zu Gesicht bekommen. Und zur Kamera: Wundersamer Weise läuft sie wieder nach einer 10 stündigen Kur im Gefrierfach ! :)

@ Ma: Mücken nerven ziemlich. Zumal das meiste Spray eh nicht hilft… Schlangen haben wir leider auch noch nicht gesehen. Und demnächst stehen ja auch nur noch sehr besiedelte Gegenden an… also wird das wohl nix mehr. Und das Weihnachtsgeschenk ist angekommen… Vielen Dank !!! :)


Antworten

  1. Der Bericht u. die Fotos zu euren Abenteuern auf
    dem Weg zu den Cascades gleichen einem schweißtreibenden Albtraum.
    Da habt ihr wohl 4 erfahrene Schutzengel bei euch gehabt.
    Möglichst nicht wiederholen, rät Opa.

  2. Hey Jungs,

    es wär zwar super, euch irgendwie persönlich erreichen zu können, aber das wird sicher schwierig!

    Daher unter anderem auf diesem Wege Frohe Weihnachten an euch und schöne Feiertage! Auf ein gutes 2009!

    Ich fliege am 28. nach Kanada bleibe ca. zwei Wochen. Werde die Leute schön von dir grüßen :)

    Also, bis bald hoffentlich, machts gut,
    reinhaun,

    Tobi

  3. Hey lernnart,

    wie man sieht gehts dir gut! ;-) leider höre ich dich persönlich dazu nicht, dass müssen wir nachholen. Ich wünsche dir auf jeden fall weiterhin beste gesundheit ;-) und viel spass bei eurer reise. ;-) bei mir alles klar soweit… beste grüße aus der kalten heimat. Hannes


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