Es tut mir leid, das ich mich nicht rechtzeitig zu den Feiertagen melden konnte, jedoch hoffe ich natürlich, dass alle ein besinnliches und schönes Weihnachtsfest hatten und gut ins neue Jahr gekommen sind!! Bei mir liefen diese Feiertage in diesem Jahr einmal ganz anders! Aber eins nach dem anderen….
Nachdem wir Noosa und die angenehmen Umstände eines „festen Wohnsitzes“ hinter uns gelassen hatten, ging es wieder in meine alte Heimat, die Sunshine Coast. Es war schon ein komisches Gefühl dorthin zurück zu kommen. Vorher hatte ich dort einen festen Wohnsitz, die ganzen Leute von der Uni waren noch da und man hatte einen „Alltag“. Wieder zurück war fast niemand mehr von den bekannten Leuten da, wir hatten keine wirkliche Bleibe (haben unsere Zelte bei einem Kollegen im Garten aufgeschlagen) und das Wetter hatte leider auch nicht seine besten Tage. Nach 2 Tagen, in denen ich den Jungs meine alte Wohnung, die Uni und die Gegend gezeigt hatte, haben wir uns dann auch direkt weiter nach Brisbane aufgemacht. Hier haben wir 2 Tage im Hostel verbracht und neben einem Freund von mir aus Deutschland auch Meike wiedergetroffen (Freundin bei der wir in Noosa waren).

Aydin, Mehmet, Ich, Meike
Der zweite Tag in Brisbane stand dann ganz im Sinne des Familienbesuchs aus Deutschland. Nachdem ich in den vorherigen Tagen schon des öfteren telefonischen Kontakt mit meinem Bruder hatte, hatten er und Magda es nun nach gut einer Woche geschafft uns einzuholen (waren auch in Cairns gestartet).

Ich, Magda & Martin vor der Skyline von Brisbane
Nachdem wir dann noch einen Abend in Brisbane die Zusammenkunft gefeiert haben, haben wir uns am nächsten Tag nach Surfers Paradise aufgemacht. Surfers Paradise ist die australische Antwort auf Mallorca. Ein großartiger Ort zum Feiern, aber mit Australien hat das Ganze nicht wirklich etwas zu tun (bis auf der Name, der einen guten Surf suggerieren soll). Und selbst das ist nichts besonders. Nicht anders als an jedem anderen Strand auch. Es kommt bei guten Wellen halt auf mehr, als nur einen Strand und einen tollen Namen an… Nachdem wir hier 2 weitere Tage gefeiert hatten, brauchten wir erst mal ein bisschen Ruhe und haben uns für die Feiertage (23.-26.12) ins beschauliche, idyllische Byron Bay begeben. Der komplette Gegensatz zu Surfers Paradise. Im Gegensatz zu dem Partymekka in dem die Promenade mit Hochhäusern zugepflastert ist, wehrt man sich in Byron Bay bewusst gegen hohe Bauten und Internationale Ketten. Sprich keine Häuser mit mehr als 2 Etagen, kein MC Donalds, kein Sturbucks, kein Subway! Sehr angenehm. Das einzige, was das Gesamtbild dann doch nicht so ganz idyllisch hat erscheinen lassen war, dass geschätzt jeder Backpacker auf dem Weg nach Süden (im November und Dezember ist der Weg von Cairns nach Sydney praktisch der inbegriffene Pilgerweg für alle Backpacker. Das große Ziel dabei ist nicht Mekka, sondern Silvester in Sydney) die selbe Idee hatte wie wir. Es war schon unglaublich wie viele Menschen da unterwegs waren.
Am Heiligen Abend, wollten wir dann doch zumindest ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkommen lassen und sind mit ca. 10 Leuten (wie alle anderen Backpacker, hatten auch ein paar weiter Freunde von der Sunshine Coast die Idee Weihnachten in Byron zu feiern) lecker in einem kleinen Restaurant etwas essen gewesen. Bei ca. 25 Grad ein komisches Gefühl Weihnachten zu feiern.

Gemuetliches Weihnachtsessen in Byron Bay
Und auch wenn ich natürlich ebenso gerne im Kreise der Familie, bei unschlagbarem Weihnachtessen von Oma gefeiert hätte, war es mal eine Erfahrung Weihnachten im Sommer zu feiern. Lustig wenn man bedenkt, dass die Australier dies so gewohnt sind und sich wohl genau so fühlen würden, wenn sie einmal Weihnachten in Deutschland feiern würden. Und außerdem war mit meinem Bruder und Magda ja auch ein kleiner Teil der Familie anwesend!
Nach 3 Tagen in Byron haben dann auch wir unseren persönlichen Pilgerweg nach Sydney fortgesetzt. Ich habe dabei gelegentlich das Auto gewechselt und bin bei Martin und Magda mitgefahren, um meinen Bruder nach 3500 km ein bisschen am Steuer zu entlasten. Auf dem Weg nach Süden haben wir dabei noch das Koala Hospital in Port Macquarie, sowie die Billabong Tierwelt besucht. Gerade im Koala Hospital hätte man wieder einen kompletten Film an Fotos verschießen können. Diese kleinen, grauen Wollknäule sind schon echt niedlich.

Martin beim Koala-streicheln
Einen weiteren Halt haben wir dann noch in Newcastle gemacht, wo wir aber praktisch nur kurz gefrühstückt haben und einmal kurz zur Abkühlung ins Wasser gesprungen sind.
Und dann standen wir auch schon vor den Stadttoren Sydneys! Ein imposanter Anblick, wenn man über die Harbour Bridge fährt und zur linken Hand direkt die Oper, mit der Skyline im Hintergrund zu Gesicht bekommt.

Sydney Opera
Ich habe dann mit den Jungs in unser Hostel eingecheckt und Magda und Martin haben unglaubliche 3 Tage vor Silvester noch ein Doppelzimmer in einem kleinen Hotel gar nicht so weit von uns entfernt bekommen. Und nicht viel teurer, als unser Hostel!
Nun waren wir an unserem ersten großen Etappenziel angekommen! Sydney, Weltstadt! Ein Traum für jeden Reisenden. Wirklich? Ähm… schon, ja! Also ich habe vorher mit vielen Leuten gesprochen, die bereits in Sydney waren. Und es waren immer geteilte Meinungen dabei. Nicht jeder ist per se von Sydney beeindruckt. Und ich muss sagen, nach dem ersten überwältigenden Eindruck, bleibt im ersten Moment wirklich nicht viel Erstaunliches zu sehen. Die großen Attraktionen bilden die Harbour Bridge und die Opfer. Aber damit hat Sydney seine Trümpfe schnell ausgespielt. Auf den ersten, oberflächlichen Blick. Wenn man diese Oberfläche bearbeitet hat, kommt es auf den individuellen Geschmack an, in welche Ecke Sydney in den persönlichen Erinnerungen verschwindet. Das Stadtzentrum mutet an wie die meisten Stadtzentren, großer Städte. Wolkenkratzer, die mit Geschäften, Büros und Wohnungen vollgestopft sind. Auf den Straßen wirkt hektisches Treiben und man denkt man lebt am Puls der Zeit.

Ich, Magda & Martin vor der Oper
Daneben bietet Sydney aber auch viele, beschauliche Plätze. An der Harbour Bridge gibt es das kleine, beschauliche Viertel „The Rocks“, in dem viele kleine interessante Geschäfte und Bars sind. Der Hyde Park und der Botanische Garten bieten direkt im hektischen Stadtleben zu jederzeit Erholung. Der Sydney Zoo (in dem wir leider nicht mehr waren, da wir bis dahin schon in genug Zoo´s waren) ist wunderschön am Harbour gelegen. Man fährt mit der Fähre rüber und hat bei den Gehegen der Elefanten und Giraffen, die Sydney Opfer und die Skyline als Hintergrund. Auch sonst habe ich nur Gutes über den Zoo gehört.
Des weiteren gibt es noch das schöne Viertel Manly (das wir leider auch nicht gesehen haben) und einen der bekanntesten Strände der Welt – Bondi Beach. An dem es wirklich hart ist noch einen freien Platz zu bekommen, wo man sein Handtuch hinlegen kann. Praktisch der Laufsteg der Einwohner. Nicht zu vergessen das Partyviertel Kings Cross, welches recht ähnliche Züge aufzeigt wie St. Pauli.
Und so richtig lernt man Sydney wohl auch erst lieben, wenn man mal eine Harbour Tour mit der Fähre gemacht hat und sieht was für Traumhäuser da direkt am Wasser stehen… nicht der schlechteste Platz zum leben!
Nachdem wir 2 Tage Sight Seeing getätigt hatten, stand auch schon der 31.12 vor der Tür. Am Vorabend saßen wir noch mit ein paar Leuten zusammen und haben Magda und Martin verabschiedet. Die beiden sind ja unverständlicherweise J am 31.12 aus Sydney abgeflogen. Aber von hier aus noch alles Gute für den Rest Eurer Reise! Danke für die Nächte im Camper (während die Jungs im Auto schlafen mussten) und alles was Ihr sonst noch für ein harmonisches Zusammenleben investiert habt! Es war schön Euch da gehabt zu haben!! Bis bald in der Heimat!
Bei den Übergebliebenen hieß es am 31. um 6 Uhr aufstehen und Vorbereitungen treffen. Der Esky (Kühlbox) und alle weiteren Sachen musste gepackt werden. Da wir vorhatten an einem der beliebtesten Spots (Botanischer Garten) in Sydney das Feuerwerk zu bestaunen (man ist ja nicht so oft in Sydney) hieß es früh und lange anstehen. Vom Botanischen Garten hat man (wenn man einen guten Platz bekommt) perfekte Sicht auf die Harbour Bridge, auf der das Feuerwerk großteils stattfindet. Und im Vordergrund sieht man die Sydney Opera. Also so, wie es praktisch alle haben wollen. Dazu kann man den Tag im Botanischen Garten gemütlich auf der Wiese verbringen. 6 Uhr aufstehen, 8 Uhr in der Stadt, 8.30 Uhr anstehen.

Lange Wartezeit....
Die Tore zum Botanischen Garten öffneten um 10 Uhr und es wurden „nur“ 22 000 Leute eingelassen. (Bei 1,5 Mio, die das Spektakel in Sydney beobachten wirklich nicht so viel). Nach 3,5 Stunden anstehen und warten hatten wir es endlich geschafft und waren drin. Sogar unter den ersten 1000. Somit hatten wir fast freie Platzwahl und konnten uns einen schattigen Platz mit guter Sicht aussuchen. Dann hieß es knapp 10 Stunden chillen, essen, kicken, trinken,… Da wir eine Gruppe von ca. 20-25 Leuten waren, hatten wir reichlich Spaß und der Tag war im Nu vorbei. Ab 23 Uhr hieß es dann noch gute Plätze an der Reeling sichern und um 12 Uhr konnte es dann endlich losgehen. Silvester Feuerwerk in Sydney!!! Die erste große Silvesterparty auf dem Globus. Wenn es in Deutschland noch frühe, ruhige 14 Uhr ist, geht auf der anderen Seite der Welt schon die große Party!

Einmaliges Erlebnis !
Das Panorama, in dem wir dieses neue Jahr begrüßen durften war zweifelsohne eines der besten, das ich je gesehen habe! Aber das Feuerwerk an sich kann doch noch ein bisschen verbessert werden. Gerade einmal 12 min haben sie es knallen lassen. Und musikalisch war da auch nichts wirklich unterlegt. Da lobe ich mir doch die traumhaften Kölner Lichter! Knallen können die Deutschen halt noch am besten!
Aber neben diesem kleinen Abstrich, war es schon etwas ganz Besonderes dieses Spektakel einmal selbst miterleben zu können!!
Nach dem Feuerwerk wurden wir dann aber auch recht schnell aus dem Botanischen Garten rausgekehrt. Es sollte am nächsten Tag ja niemand mehr sehen, was da gestern für eine große Party abgegangen ist. Da wir den ganzen Tag mehr oder weniger draussen in der Sonne waren, hatte keiner von uns mehr die Kraft noch einen Club aufzusuchen. Und so haben wir uns dann über die komplett gesperrte Hauptstraße, auf der eine Party nach der anderen stattfand, auf den Weg nach Hause begeben.
Im neuen Jahr angekommen, ist die erste weitere Station Canberra gewesen. Die australische Hauptstadt. Ähm, ja. Aber außer diesem Titel hat Canberra leider nichts zu bieten. Man kann sich das Parlament, eine Reihe von Botschaften und einige Museen anschauen. Das war Canberra dann aber auch schon. Von Sydney nach Canberra zu reisen kann man praktisch mit einer Vollbremsung vergleichen Vom 100 auf 0 in 250 km. Hört sich gemütlich an. Ist aber australischer Maßstab. Übersetzt ins Deutsche würde es heißen von 100 auf 0 in 2,5 sec.
Selbst an einem Montag morgen, am dem man sich denkt hier müsste was passieren, wirken die Bürgersteige hochgeklappt. Könnte vielleicht auch an den Semesterferien liegen, oder daran, (wie wir heute erfahren haben) dass das Parlament gerade Sommerpause hat… bis Februar. In Australien scheint es nicht so viel zu regeln zu geben. Wie die Menschen, so die Regierung. Erst einmal ruhig angehen lassen.
In den letzten zwei Tagen sind wir bis Melbourne und noch weiter bis Geelong gefahren. Dies ist praktisch der Einstieg zur Great Ocean Road, einer der schönsten Küstenstraßen in Australien. Diese wird nun in den nächsten zwei bis drei Tage unseren Tagesablauf bestimmen, bevor es dann zurück nach Melbourne geht. Dort werden wir dann noch eine weitere Woche verbringen (und uns den ersten Tag der Australien Open ansehen), bevor uns der Flieger an unser nächstes Ziel bringt, Neuseeland!
In Melbourne werde ich vielleicht noch mal einen „Abschlussbericht Australien“ verfassen. Ansonsten werdet Ihr aus Neuseeland das nächste mal von mir hören!!
Bis dahin!!
Lennart
PS: Fotos werden nachgereicht. Die Internetcafes sind einfach nicht schnell genug, um solche Datenmengen zu verarbeiten….
Hi Lennart,
ein wunderschönes und gesundes Neues Jahr wünsche ich Dir! Und vielen Dank für diesen neuen und abermals interessanten und witzigen Bericht! Ich sah das Feuerwerk von Sydney in unseren Abendnachrichten und war begeistert, wusste allerdings nicht, dass es nur so kurz andauert. Und ich wähnte auch noch Martin und Magda dort…
Wir haben hier bisher einen sehr kalten Januar und ich wärme mich an Deinen Fotos und Schilderungen – weiter so!!!
Viele liebe Grüße von Deiner Ma
Von: Dorothee Kümpel am Januar 15, 2009
um 12:30