Verfasst von: lennartkrippner | Februar 2, 2009

Das Ende Australiens und die Südinsel Neuseelands

So, nun weile ich bereits doch schon in schönen Neuseeland.. Aber durch meine gereifte Erfahrung weiß ich mittlerweile, dass es besser ist einen Abschlussbericht mit etwas Abstand zu verfassen. (Abstand bedeutet sensationelle 7 Tage!)

Aber erst einmal zu unseren letzten Tagen im Land der Kängurus und Koalas. Nachdem wir eine Nacht in Geelong (westlich von Melbourne) verbracht hatten, haben wir uns am nächsten Tag auf die ersten Meter der Great Ocean Road begeben. Anfangs noch etwas unspektakulär entpuppt sich diese Straße bald ein absoluter Augenschmaus. Nachdem wir mit „Bells Beach“

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Lennart am Bells Beach

(bekanntester Surf-Beach in Australien, an dem jährlich zu Ostern auch ein Wettbewerb mit den ganz großen dieser Welt stattfindet) das erste Highlight passiert hatten, bahnt sich die Straße schnell Ihren Weg direkt am Pazifik entlang. Vergleichsweise mit der Route No. 1 von L.A. nach San Fransisco, schlängelt sich der Asphalt direkt um die Felsen und es geht auf und ab und rechts und links, teilweise an metertiefen Abhängen entlang oder um Kurven die der ADAC in Deutschland niemals abnehmen würde!

Straßen an der Great Ocean Road

Straßen an der Great Ocean Road

Zwischendurch kommt man dann an mehr oder weniger spektakulären Felsformationen vorbei. Die berühmteste davon bilden die „12 Apostel“ (die aber mittlerweile nur noch 5 sind. Und bald ganz weg sind… Also hop hop ins Reisebüro und eine Australienreise buchen!!). Die 12 Apostel sind 5 (der aufmerksame Leser weiß nun wie viele es ursprünglich einmal waren) Felssäulen, die vom Meer nicht so schnell weggespühlt wurden, wie das Umland. Und die nun alleine, wie Monumente im Uferbereich des Meeres stehen und auch auf die Ihrige Vernichtung warten. Am besten man guckt sich einfach das untenstehende Bild an.

Die "12 Apostel"

Die "12 Apostel"

Zurück in Melbourne haben wir in ein Hostel eingecheckt und dachten wir haben die nächsten 10 Tage bis zu unserem Abflug nach Neuseeland erst einmal ein bisschen Ruhe… Hatten wir auch.. teilweise zumindest. Aber irgendwie gibt es doch immer was zu sehen und zu erledigen, so dass man sich am Ende des Tages doch irgendwie immer wieder fragt: Wie, schon wieder vorbei? Neben schön ausschlafen und ein wenig feiern, habe ich mich das ein oder andere mal ins Fitness Studio begeben (das körperliche Wohl soll ja schließlich auch nicht zu kurz kommen), ein wenig Sight Seeing betrieben (aber in sehr reduziertem Maße. Man muss ja auch mal Pause haben und in Melbourne war ich zu den Uni Games schließlich schon einmal), habe mich oft mit Meike getroffen (immer noch die gleiche Freundin aus Noosa), die lustigerweise auch wieder am gleichen Ort war wie wir (und es ist ganz nett neben den Jungs auch mal wieder ein paar andere bekannte Gesichter zu sehen) und einen Tag haben wir Karten für die Australian Open gehabt. Und das war auf jeden Fall mal ein Erlebnis! Wir hatten zwar leider nur einen so genannten „Ground-Pass“ (mit dem man nicht in die beiden großen Arenen kam. Also keine absoluten Top Spieler gesehen hat), haben aber neben Kohlschreiber (bekannter Deutscher) auch ein paar andere bekannte, nennenswerte Spieler gesehen (Bagdatis, Nalbadjan, Moya, Ferrer).

1. Runde Australian Open (Nalbandian gegen einen No-Name)

1. Runde Australian Open (Nalbandian gegen einen No-Name)

Wir haben den ganzen Tag dort verbracht und uns auf allen Plätzen (insgesamt 14 Plätze) ausgiebig top- Tennis angeschaut. Bis auf die Hitze (30°) war das ein überaus gelungener Tag!

Ja, und dann hieß es auch schon Abschied von diesem traumhaften Land nehmen… Auf der einen Seite war es ganz nett nach 10 Tagen Sesshaftigkeit (kannten wir in den letzten 2 Monaten ja gar nicht) wieder in die weite Welt aufzubrechen, Neues zu erleben und Erfahrungen zu machen, auf der anderen Seite war es aber auch das endgültige Ende eines unvergessenen Lebensabschnittes auf einem wunderschönen Kontinent.

Rückblickend betrachtet (wenn man das nach 7 Tagen schon sagen kann :) ) was ist hängen geblieben? Wie bewerte ich das Land, die Leute und meine Zeit…?

Versuchen wir es doch mal in Worte zu fassen:

Das Land: Wie man so schön sagt soll man ja nicht mit Superlativen um sich werfen. Aber für jemanden, der die Natur liebt (und da zähle ich mich definitiv dazu) ist Australien traumhaft, einzigartigen, atemberaubend, … (sucht Euch was aus, oder denkt Euch selbst Euer schönstes Superlativ aus). Vom Norden, in dem man Tropischen Regenwald direkt am Meer hat, bis hin zum Süden in dem man die monumentale, gigantische Great Ocean Road erkunden kann, hat Australien alles zu bieten. Traumstrände, wie den Whiteheaven Beach auf den Whitsundays. Fahrspaß pur in einzigartiger Natur auf Fraser Island. Wunderschöne Buchten und einsame Strände mit in den Baumwipfeln hängenden Koalas im Noosa National Park. Die reine Natur erleben und dabei mit Schildkröten tauchen und surfen am Double Island Point. Ein einzigartiges Korallenriff mit der größten Vielfalt an Leben die ich bis jetzt gesehen habe im Great Barrier Reef. Und, und, und …… ich könnte damit Seiten füllen. Dazu kommt, dass diese wunderschöne Natur auch noch mit einer einzigartigen Tieren gepaart ist. An der Sunshine Coast lebte auf unserem Grundstück ein Lizard (eine ca. 30cm lange Echse), die ab und an morgens vor meiner Tür saß. Wir hatten Kangaroos auf dem Campus Gelände. Ein Tag an dem man keinen Papagei oder einen anderen exotischen Vogel gesehen hat, war eine Seltenheit. Beim surfen haben sich mir 2,3 mal Delphine bis auf 20m genähert. Also praktisch alles, was das Natur- und Tierliebende Herz benötigt.

Und ich denke auf den Bildern, die ich online stelle, bekommt man einen kleinen Eindruck dafür, wie schön dieses Land ist!

(Der Autor entschuldigt sich dafür das im letzten Abstand Worte wie „traumhaft“, „wunderschön“, oder „einzigartig“ des öfteren gefallen sind. Aber es musste sein!) Die Leute: Ich habe vieles über die Leute gehört, als ich nach Australien gekommen bin. Hier sei alles easy-going und die Leute sind locker drauf und super freundlich… Und ich muss sagen, dass alles was ich gehört habe genau so zutrifft!! Es ist schon bemerkenswert wie locker und freundlich die Leute hier sind. Im Supermarkt an der Kasse denkt man, man würde den Verkäufer schon sein Leben lang kennen und wenn man nicht aufpasst kennt man 5min später wenn der Einkauf verpackt ist auch seine komplette Lebensgeschichte. Die Leute gehen hier einfach ein bisschen großzügiger mit Ihrer Zeit um. Es gibt kein drängeln und schieben. Kein beschweren und meckern. Jeder ist zu jedem freundlich und man kann ohne Probleme ein 30 minütiges Gespräch mit jemandem an der Ampel führen, den man vorher noch nie gesehen hat und später wahrscheinlich auch nicht wieder sehen wird! Ein Paradebeispiel dafür soll kurz im Folgenden beschrieben werden: Als wir auf dem Weg von Canberra nach Melbourne leicht verfahren hatten und kurz in einem Supermarkt ein paar Einkäufe tätigen wollten fragte uns eine ältere Dame, die vor uns in der Schlange stand, ob wir einen Alex kennen. Wir verneinten. Sie sagte weil Marc Halstabletten in der Hand hat, und Alex krank sei. Wir verneinten wieder und erzählten das wir aus Deutschland kommen und uns nur hierher verirrt hatten. Sie: Wo wir denn hin wollen. Wir: Nach Melbourne. Sie zur Kassiererin: Geben Sie mir doch bitte mal einen Stift und einen Zettel. Wir: ? . Sie: Also wenn Ihr von hier die Straße wieder aus dem Ort raus fahrt.. Warte ich mal Euch das mal auf….. 20 Minuten später hätte ich ohne Probleme Touristenführer für den Weg zwischen Canberra und Melbourne werden können. Ich kenne dort nun jeden Stein. Zumindest von der Erzählung… Und zum Ende sagte die Dame noch: Ach, und wenn Ihr nicht wisst wo Ihr heute Nacht schlafen könnt, in Lake Entrance (Name eines Ortes auf dem Weg nach Melbourne) wohnt Annie, einen Freundin von mir. Warte, ich schreib Euch mal kurz die Nummer auf. Die könnt Ihr dann anrufen….. wow! Respekt! Wir hatten echt überlegt, einfach mal um dieses Erlebnis auszukosten, und zu gucken ob es wirklich geklappt hätte bei Annie anzurufen. Aber was hätte ich sagen sollen? Hey Annie, ich hab Deine Nummer von so ner älteren Dame, von der ich den Namen nicht mehr weiß, in einem Supermarkt 200km von hier entfernt bekommen. Können ich und meine 3 Freunde bei Dir pennen? Wäre sicherlich spaßig gewesen…. beim nächsten mal!

Naja, das ich mit den Leuten hier warm werde, hatte ja schon am ersten Tag begonnen. Wer sich an diese Story wie ich nachts vom Flughafen zu meiner Wohnungen gekommen bin nicht mehr erinnern kann, bitte zurück zum ersten Australien-Artikel blättern.

Sicherlich wird es auch bei den Australiern schwarze Schafe geben, und die Menschen in den Großstädten werden vielleicht auch nicht so freundlich sein, wie in anderen Regionen, aber der Australier an sich ist bemerkenswert offen und freundlich! Und mir tut wirklich jeder Australier leid, der einmal den Weg nach Europa, speziell Deutschland geschafft hat… Wenn er dort einen Smalltalk mit der Kassierein im Supermarkt halten will oder mal nach dem Weg fragt, wird er reichlich geschockt über manche Reaktionen sein.

Persönliches Fazit: Wie aus den ersten beiden Punkten leicht ersichtlich wird, wird mir die Zeit in Australien (sowohl die Studien- als auch die Reisezeit) als unvergessen in Erinnerung bleiben! Die Möglichkeit zu haben in einem fremden Land zu studieren, sich mit der Kultur auseinander zu setzen und neue Freunde in der ganzen Welt zu finden ist unersetzlich. Jeder der dies bereits erfahren hat wird wissen, wovon ich spreche. Und wenn man danach noch die Zeit findet dieses traumhafte Land zu bereisen, hat man alles was man sich wünscht (einzig die Zeit könnte nat. immer mehr sein). Australien hat in mir auf jeden Fall einen Fan gefunden und ich würde keine Sekunde zögern ein weiteres mal dort hin zurück zu kommen!

Aber wie es auf einer solchen Reise nun mal so ist, bedeutet das Ende vom einen, den Anfang des anderen. Und dies ist in unserem Fall Neuseeland!

Als erstes haben wir dort die Südinsel bereist:

Am Anfang ein paar Rahmenfakten zu NZ und unserer Reise: Reisedauer 3 Wochen (viel, viel, viel zu kurz wie ich jetzt merke… aber besser als gar nicht) NZ hat mit einer Fläche, die mit Colorado vergleichbar ist, 4,2 Mio Einwohner…. und 40 Millionen Schafe! Hauptstadt ist Wellington.

Unser Einstieg auf der Südinsel war Christchurch, die zweitgrößte Stadt des Landes (selbst größer als Wellington). Angekommen in Christchurch haben wir uns einen Shuttel vom Flughafen zu unserem Hostel genommen, eingecheckt und erst einmal geschlafen. (Sind spät in Christchurch angekommen). Am nächsten Tag haben wir dann die Stadt zu Fuß erkundet. Prädikat ganz nett. Aber viel gibt es dort nicht zu sehen. Wir hatten nur das Glück das an diesem Tag das Busker Festival angefangen hat, bei dem Straßenkünstler aus allen Ländern in der Innenstadt Ihre Küste darbieten.

Am nächsten Tag haben wir uns dann unseren Camper geholt und haben uns auf den Weg Richtung Süden begeben. Da wir leider nur 3 Wochen für NZ Zeit haben ist unser Zeitplan leider sehr begrenzt und wir können nur die wirklichen Highlights erkunden. Neben einem kleinen Abstecher ins Landesinnere zum höchsten Berg des Landes, dem Mount Cook (3750m), bei dem wir eine kleine Wanderung durch die Gebirgslandschaft gemacht haben (sehr nett!),

Auf dem Weg zum Mount Cook

Auf dem Weg zum Mount Cook

und nach Dunedin (einer Studentenstadt) haben wir uns recht fix an die schönere Westküste begeben. Dort gehört zu den absoluten Highlights der Milford Sound. Der Milford Sound ist ein Fjord, der von der Tasmanischen See weit ins Inland ragt. Aber ein ganz besonderer, da sich der Fjord mehr oder weniger durch ein Gebirge schlängelt. Da dieses Gebirge auf der regnerischen Westseite Südneuseeland liegt sind die Berge nahezu komplett grün, mit Bäumen und Gräsern bewachsen. Wir haben dort eine Bootstour durch diesen Fjord gemacht und für mich war es mal wieder ein absolutes Naturhighlight !! Ein gigantisches Gefühl zwischen diesen grünen Riesen mit dem Boot entlang zu schippern. Ein Moment in dem man wieder einmal merkt wie klein man ist und wie faszinierend die Natur sein kann!

Milford Sound

Milford Sound

Nach dieser atemberaubenden Natur, hieß der nächste Anlaufpunkt Queenstown. Queenstown bildet wohl die Adrenalin-Hauptstadt NZ. Von Skydiving, über Bungee, bis zu Rafting oder Kayaking bleibt hier kein Wunsch unerfüllt. Da unsere Finanzen leider nicht reichen alles zu machen, mussten wir uns entscheiden. Da Skydiving (welches wohl ganz oben auf der Liste steht) erst in Taupo erledigt werden soll, fiel die Wahl auf Bungee. Da Queenstown mit einem 134m Sprung einen der höchsten der Welt zu bieten hat, war die Entscheidung schnell getroffen :)

Ab zum Schalter 240 Dollar über die Theke reichen und ab da gab es kein zurück mehr… Der Sprung war für den nächsten Tag 11 Uhr angesetzt. Wir hatten um ca. 18 Uhr am Vortag gebucht. Bedeutet 17 Stunden einen Normalpuls von 150. Und mit einem 150iger Puls zu schlafen ist wirklich kein Spaß!! Nach einer recht unruhigen Nacht, hieß es nicht zu viel zu frühstücken und ab zum Laden von dem es losging. Eine kurze Fahrt (die einem doch eher wie ein halber Tag vorkam) in den Canyon, aussteigen, Gurt anlegen und ab auf die Aussichtsplattform, von wo man den Vorgängern schon mal zugucken konnte wie es gemacht wird… Danach, aäh kann ich meine 240 Dollar bitte wieder zurück haben? Ja, ja das haben die schon geschickt gemacht. Kohle abkassieren und dann erst dem Schock aussetzen… Wie dem auch sein.. was sollte man denn noch machen. 240 Dollar in der Luft zerreißen.. ? In diesem Moment wahrscheinlich der erste Wunsch. Aber ne ne. Ich bin ja schließlich schon in Peking Taxi gefahren, und habe Skorpione gegessen.. da wird man doch mal eben aus 134m nur mit einem dünnen Strang befestigt ins Nix springen können… ähm, ja, ne. Als einem da so diese ganzen Gedanken kamen ging es mit der Gondel aber auch schon rüber auf die Plattform. Dort angekommen, war ich natürlich der Erste der springen musste (was wohl aber auch ganz gut war, da man dann nicht so viel Zeit zum überlegen hatte). Zack Fußschellen angelegt, Seil eingeklinkt und bevor man Hilfe schreien konnte stand man auch schon am Abgrund… eine Schwelle ohne Geländer… und vor einem ca. 160-170m tiefen Abgrund (vergleichbar mit einem Sprung vom Dom. Der Dom ist knapp 160m). Und dann zählt der Kollege hinter Dir auch schon den Countdown. 3, 2, 1…. aaaahhhh und ehe man sich versieht fliegt man mit ca 200 km/h der Erde entgegen!

(Ich hätte hier gern das Video eingestellt, aber die Internetverbindungen schaffen das hier leider nicht!)

Aber bevor man das alles realisiert hat, dass man jetzt eigentlich gerade in den Tod gesprungen ist, dann aber doch noch lebt und das ganze Adrenalin den Körper durchspühlt ist auch schon wieder alles vorbei, und man wird wieder nach oben gezogen. Oben angekommen heißt es dann nur noch: Wow, darf ich noch mal? Klar, wenn Du mir noch mal eben 129 Dollar in die Hand drückst… Aber das ist dann doch zuviel. Auch wenn es ein super Kick ist, diesen Sprung zu wagen, 240 Dollar für 5 Sec. Adrenalin ist schon recht happig… da hat man dann doch beim Skydiving ein wenig mehr vom Geld. Wir werden es sehen…! :)

Nachdem wir 3 Tage in Queenstown verbracht hatten, ging es an der Westküste weiter Richtung Norden. Die Westküste NZ ist wirklich sehenswert. Alles dort ist grün und mutet an, wie ein Tropischer Regenwald. Die Straßen schlängeln sich dort durch Täler und Berge und man hat kaum mal 20 km die gerade und nicht auf oder ab verlaufen. Auch dem Weg haben wir dann die beiden bekanntesten Gletscher NZ besichtigt. Den Fox Gletscher und den Franz Josef Gletscher. Im Vergleich zum Gletscher des Mount Cook, der nicht sehr ansehnlich ist, da er fast komplett mit Schutt und Steinen bedeckt ist, zeigen sich diese beiden Eisflüsse von Ihrer schöneren Seite. Bei beiden kann man das strahlende Weiß und das typisch blaue schimmern von über die Jahrhunderte gefrorenem Schnee deutlich erkennen. Besonders der Franz Josef Gletscher hat mich dabei sehr beeindruckt. Jetzt im Sommer, kann man praktisch mit kurzer Hose und T-Shirt bis keine 200m vor den Gletscher kommen (eigenständig, ohne eine Tour zu buchen), rechts uns links des Eises erheben sich die saftig grünen Berge. Also eigentlich wirkt alles recht tropisch und sommerlich…. und dann schiebt sich zwischen den grünen Bergen diese monumentale Eisschicht ins Tal… ein kurioser, fangender Anblick! Der Franz Josef Gletscher bewegt sich seit ca. 25 Jahren wieder weiter ins Tal, nachdem er die letzten 100 Jahre eigentlich kontinuierlich zurück gegangen ist. Es kommt dabei immer darauf an, in welchem Bereich des Gletschers das Eis schneller schmilzt. Schmilzt es unten schneller als oben geht der Gletscher zurück. Schmilzt das Eis oben schneller als unten, bewegt er sich vorwärts. Auf einer Infotafel habe ich gelesen, dass ein Gletscher ein gefrorener Fluss gleichkommt, der sich 1000 mal langsamer bewegt als ein normaler Fluss der Wasser führt. Ich hätte auch lieben gerne eine Tour gemacht, aber es haben leider mehrer Faktoren dagegen gesprochen (Zeit, Geld, Abstimmung).

Franz Josef Gletscher

Franz Josef Gletscher

Nachdem wir die Gletscher hinter uns gelassen hatten, ging es weiter nach Norden zum Abel-Tasman National Park. Auch hier gab es die Möglichkeit den Park via Kayak oder zu Fuß zu erkunden. Wir haben uns für die günstigere Variante entschieden.. Der Abel-Tasman Park liegt in der Nord-westlichsten Ecke der Südinsel und enthält eine der bekanntesten Wanderwege. Da dieser aber leider einen Zeitaufwand von 3-5 Tage beansprucht, konnten wir wieder mal nur erahnen was es dort alles zu sehen gibt. Wir sind ca. 15 km an schönen Buchten und Süßwasser Stellen vorbeigewandert, bevor wir ein Wasser-Taxi (!) zurück zu unserem Camper genommen haben. Im Endeffekt war auch dieser Park ein Augenschmaus, aber man verliert leider so langsam das Maß solche Sachen wertzuschätzen. Ich versuche mir jeden Tag wieder einzureden, was dies für eine einmalige Reise ist und das wenn ich zurück in Deutschland bin, ich über jeden Sekunde froh wäre die ich hier noch mal erleben dürfte. Aber wenn man jeden Tag wunderschöne Küstenstraßen entlang fährt, Wasserfälle sieht, türkise Seen mit Schneebedeckten- oder grünen Bergen im Hintergrund hat, super Strände und das Meer sieht, stumpft man leider zwangsläufig etwas ab. Aber ich weiß immer noch was ich hier einmaliges erlebe und genieße jede Minute!

Nach dem Abel-Tasman Park stand schon der Weg nach Picton an, von wo wir gerade (in diesem Moment wo ich diesem Artikel schreibe) mit der Fähre auf die Nordinsel nach Wellington übersetzen. Dort haben wir dann noch 8 Tage, bevor uns der Flieger schon wieder an unser nächstes Ziel bringt: Fiji !!!!

Die Zeit verfliegt mittlerweile wie im Flug. Man sieht jeden Tag traumhafte Sachen und ehe man sich umsieht ist schon wieder alles vorbei! Aber ich bin unendlich froh, diese Möglichkeit überhaupt zu haben!! (Danke hier noch mal an alles Sponsoren!! ;) )

Ich versuche natürlich auch schnellstmöglich die Fotoalben wieder zu aktualisieren. Aber da die Internet Cafes hier in der Regel Schneckentempo aufweisen, ist das nicht immer so einfach. Ich bitte um Nachsicht!

Ich hoffe ich schaffe es in Auckland noch mich erneut zu melden, da wir auf Fiji 2 Wochen lang keinen Kontakt zur Außenwelt haben werden….

Bis zum nächsten mal !!!

Lennart



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