Nach unseren kleinen Aufenthalt in Perth, welcher letztendlich leider den endgültigen Abschluss des Australienaufenthaltes bildete, haben wir uns in den boomenden Stadtstaat Singapur begeben.
Singapur, am südlichen Gipfel der malaiischen Halbinsel angesiedelt, ist momentan mit seinen 4,6 Mio Einwohnern einen der aufstrebensten Wirtschaftsstaaten dieser Erde.
Singapur achtet auch sehr rigoros auf sein Image und ist u.a. dank seiner drakonischen Gesetze einer der sichersten Staaten dieser Erde. In Singapur gibt es neben der Prügelstrafe auch immer noch die Todesstrafe. Prozentual gemessen an der Bevölkerung, vollstreckt Singapur die meisten Todesurteile weltweit (wobei man hier bedenken muss, dass dafür pro Todesurteil in Singapur beispielsweise 250 Urteile in China verhängt werden müssten, um auf den gleichen Prozentsatz zu kommen).
Aber der Strafenkatalog in Singapur ließt sich schon ganz ordentlich. Es ist untersagt in Singapur auf der Straße zu essen, zu trinken oder zu rauchen. Für zu schnelles Fahren zahlt man um die 5000 SD (ca. 2500 Euro). Bei wiederholtem Fehlverhalten kann man mit Gefängnisstrafen rechen.
Glücklicherweise dienen diese Gesetze in erster Linie der Abschreckung. Wenn man sich nicht unmittelbar im Stadtzentrum aufhält, gibt es wenig Aufsichtpersonal, welches diese Regeln überwacht. Auch das Singapur angeblich eine der saubersten Städte der Welt ist, kann man dem kleinen Stadtstaat maximal im Stadtzentrum abkaufen.
Nach unsere Ankunft am Flughafen um halb 3 in der nacht hat sich uns die Frage gestellt: Was machen? Nach kurzem überlegen und der Kenntnis der sehr spartanisch ausgestatteten Ankunftshalle am Flughafen, haben wir entschieden doch schon zum Hostel zu fahren, welches wir eigentlich erst ab dem nächsten Tag gemietet hatten.
Nachdem wir unseren kleinen asiatischen Hostelbesitzer Nachts um halb 4 aus dem Bett geklingelt hatten, hatten wir dann zum Glück noch ein paar Stunden Nachtruhe.
Am nächten Tag wurde Singapur dann erst einmal zu Fuß erkundet… So richtige (bekannte) Sehenswürdigkeiten hat Singapur nicht zu bieten (bis auf den Hafen vlt). Trotzdem hat mir Singapur besser gefallen als Kuala Lumpur. Im Gegensatz zu KL wirkt Singapur nicht so laut und überlaufen. Neben unzähligen Shoppingzentren und Foodcourts gibt es in Singapur mit Chinatown, Little India und der Arab Street auch viele weitere asiatische Einflüsse.
Am besten hat mir neben der imposanten Skyline vor allem das Kneipen- und Partyviertel gefallen..

Singapurs Skyline bei Nacht
Nicht unbedingt von den Partys ansich (waren leider mit Flip Flops unterwegs und sind in keinen Club reingekommen), aber vielmehr vom Ambiente. Gelegen am Fluss mit viel Lichtern und Musik, war diese lebhafte Ecke einen echten Besuch wert!
Nach 3 Tagen in Singapur, hieß es dann Abschied von den Jungs nehmen. Allein ging die Reise weiter durch Malaysia.
Erst habe ich den Bus von Singapur nach Johor Bahru (südliches Malaysia) genommen. Hat mich 1,20 Euro gekostet. Fahrzeit 1 Stunde. Von dort bin ich weiter an die Westküste nach Mersing. Von dort wollte ich eigentlich zum „Taman Negara“, dem ältesten tropischen Regenwald der Welt. Jedoch stand ein langes Feiertagswochenende in Malaysia an (was ich nat nicht wusste). Deshalb gab es leichte Probleme mit den bestehenden Transportressourcen. Nach langem hin und her, habe ich dann einen Local Bus (eine sehr lustige Erfahrung!) wieder Richtung Süden genommen und bin von Klang mit dem Zug (6 Stunden) nachc Jerantut gefahren. Von dort musste man einen weiteren Bus nach Kuala Temberling nehmen.

Mit dem Longtailboot durch den Dschungel
Und von dort eine weitere Bootstour (3 Stunden) nach Kuala Tahan, dem Ausgangspunkt für alle Touren in den National Park… Ja, wie man merkt, ist es nicht ganz einfach einen schnellen, direkten Weg zu finden. Obwohl das Transportsystem schon ganz gut ist. Und wie bereits erwähnt, ist es mal ganz lustig 3 Stunden mit einem Local Bus durch die Gegend zu fahren und alle 50m die Schulkinder ein- und aussteigen und man selbst angeschaut wird, wie ein Außerirdischer.
Die Westküste Malaysias ist nicht so stark besiedelt, wie die Ostküste. Ebenso finden sich an der Ostküste (bis auf 2-3 Inseln) eher weniger Touristen. Was aber auch mal ganz nett ist. Dann kann man ein Land mal wirklich so erleben, wie es ist.
Im Nationalpark angekommen, wurde erst einmal die Möglichkeiten eruiert, was man dort alles machen kann. Die Wahl fiel auf einen 11km Trek quer durch den Dschungel zu einer Hütte, in der die Nacht verbracht werden sollte. Und dann am nächsten Tag wieder zurück. Ich hatte auf dem Weg zum Nationalpark eine Kanadierin kennen gelernt, die einen ähnlichen Plan hatte.
Also haben wir uns am nächsten morgen zu zweit aufgemacht. Es standen 7 Stunden Dschungel vor uns… Ein Dschungel, in dem es neben giftigen Schlangen und Spinnen auch Elefanten und Tiger gibt… Auf unsere Frage zum Nationalparkpersonal, ob es nicht gefährlich sei, da allein durch die Gegend zu laufen, wurde uns gesagt: Ihr werdet schon keinem Tiger begegnen… Na, wenn Ihr das sagt. (In der Gegend, in der die „Wanderwege“ liegen scheinen sich die Tiger wohl nicht aufzuhalten. Tatsächlich ist es etwas ziemlich besonderes, wenn man einen Elefant, oder Tiger zu Sicht bekommt. Ein Angestellter hat und erzählt, er sei dort aufgewachsen und hat in seinem ganzen Leben noch keinen gesehen… trotzdem war es ein leicht komisches Gefühl…) Egal. Los gings.

Los gehts....
Mit reichlich Trinkwasser und ein wenig Proviant sind wir dann tatsächlich ohne große Pausen knapp 7 Stunden quer durch den Dschungel gewandert… das war schon ein beeindruckendes Erlebnis, da so absolut im Nirgendwo zu sein. Wir haben uns nicht nur einmal gefragt: „Ist das der Pfad, den wir entlang müssen?“, „Ist das überhaupt ein Pfad?“.

Quer durch den Dschungel
Und leider ist uns bis auf einer Reisenspinne leider nichts besonderes über den Weg gelaufen… keine Schlange, kein Affe, kein Tiger
…
Aber das Erlebnis war trotzdem spitzenklasse!
Nach Taman Negara ging es dann weiter die Ostküste hoch. Zu den Perhentian Inseln. Einem der wenigen Backpackerorte in Malaysia. Die Perhentians, speziell Pulau Perhentian Kecil (auf der ich 2 Tage verbracht habe) haben mich ein wenig zurück an Fiji erinnert. Nur es war etwas mehr los. Und vielleicht nicht ganz so atemberaubend, wie Fiji.

Mal wieder eine nette Insel...
Nach dieser weiteren Insel hieß es eine weitere große Strecke an die Westküste zurückzulegen. Da in Moment davon abgeraten wird, im Südosten Thailands einzureisen (aufgrund ethnischer Unruhen) habe ich den 7-Studen-Nachtbus Umweg auf mich genommen, um nicht in den letzten 3 Wochen meiner Reise noch verloren zu gehen!
Dann standen weitere 6 Stunden von Butterworth mit dem Zug an. Und schon war ich in Thailand….
Dort bin ich nun seit 3 Tagen. Den Bericht gibt es dann aus Bangkok…
Noch 10 Tage….. dann geht der Flieger zurück….
Bis dann
Lennart
Hi Lennart,
war schön mit dir gestern zu telefonieren. Ist schon irre, was die heutige Technologie so alles leistet: da ist der Kerl auf der anderen Seite der Welt und es klingt wie `nebenan´. Tja, welch ein Kontrast zu deinen „Jungel“-Touren !
Findest du dich überhaupt im „zivilisierten“ Old-Germany wieder zurecht ??
Genieß die letzten Tage! Ich freu mich dich wiederzusehen !
liebe Grüße vom Dad
Von: Dad am März 22, 2009
um 5:47