Nun ist auch schon die erste Semesterhälfte vorbei und wir haben uns ins Mid-Semester Break gerettet. Die letzten beiden Uniwochen verliefen etwas turbulent, da wir eine Menge Klausuren, Tests und Hausarbeiten zu absolvieren hatten. Aber man solle ja nicht denken ich sei zum Spaß hier! Und damit nun auch ein ordentlicher Arbeitsnachweis erbracht werden kann, sind im Folgenden meine Ergebnisse der ersten Semesterhälfte aufgelistet:
Marketing Kurs: In der 12 Seiten langen Produkt Analyse über den sensationellen Cherry Ripe Double Dipped Riegel (ein mit Bounty vergleichbarere Schokoriegel, der noch nach Krische schmeckt) habe ich ein „Distinction“ erreicht.
Exkurs „Australisches Notensystem“:
Im australischen Notensystem geht es von der Note „Pass“ (entspricht in Deutschland einer 4, „gerade so durchgemogelt!“) über „Credit“ (-> Note 3 „mäßig bis unscheinbar“), und „Distinction“ („erfreuliche Leistung)“, bis zur „High Distinction“ („Streber“), der besten Note.
Wer mehr über diese sensationelle Produkt Analyse wissen will (schon erstaunlich, dass man 12 Seiten über einen Schokoriegel schreiben kann!), kann mich gerne kontaktieren und ich werde innerhalb einer Versandfrist von ca. einer Woche versuchen ein Exemplar per Email bereitzustellen.
Management Kurs: Sowohl den ersten Test (15 von 20 Punkten), als auch den zweiten Test (8 von 10 Punkten) habe ich bestanden. Bei diesen Tests gab es nur Punkte und keine Noten.
Introduction in ICT (Information, Communication, Technologie):
Die Mid-Semester Klausur habe ich mit 30 von 50 Punkten ebenfalls bestanden (der Kurs ist aber auch extrem langweilig
).
Nachdem dann am Fr endlich alles geschafft war, stand auch schon die erste Belohnung vor der Tür: Die „Rooftop- Party“ bei einem deutschen Kommilitonen. Der Kollege ist schon ein halbes Jahr hier und seine Rooftop-Party´s sind mittlerweile eine etablierte Institution. So haben wir uns dann am Fr Abend auf der Dachterrasse des Freundes eingefunden und mit 200 anderen Leuten ausgiebig das Semester Break gefeiert. Leider werden diese Party´s auch nur allzu gerne wegen Ruhestörung von der Polizei aufgelöst. Und so kam es dann auch an diesem Fr, dass um 12h die Polizei auf der Matte stand und alle bat die Party zu verlassen.
Das haben wir dann natürlich auch getan, und zwar in das darunter liegende Appartemet! Als dieses dann leider nur weitere 10 Minuten später auch wieder von der Polizei geräumt wurde, haben wir uns einfach über die Straße an den Strand begeben. Da konnten sie dann nix mehr machen!!
Aber es war vielleicht auch gar nicht so schlecht, dass an diesem Abend etwas früher Schluss war, denn am Sa morgen um 8 Uhr bin ich mit meinem australischen Mitbewohner, einem Freund von ihm, einem Iren (ich bin mir nicht ganz sicher ob er wirklich Ire war, da er keinen Alkohol trinkt), und zwei anderen Deutschen zu einem dreitägigen Surftrip in den Cooloola National Park aufgebrochen. Bedeutete 3 Tage lang Zelten, Essen über einem Gaskocher zubereiten, keinen Handyempfang, keine Toiletten. Natur pur. Und ich muss sagen, das waren 3 der besten Tage die ich bis jetzt in Australien erlebt habe! (was andere Erlebnisse natürlich in keiner Weise abwerten soll!) Es ist sensationell, einfach mal von dem ganzen Zeug, was Bananenrepubliken in der heutigen Zeit so ausmachen, weg zu sein. Einfach nur die Faszination der Natur erleben. Wir haben jeden morgen (sind zwischen 5.15 und 6 Uhr aufgestanden um den Sonnenaufgang zu sehen, ebenfalls traumhaft!!) in der Bucht in der wir surfen waren (Double Island Point) Delphine gesehen.

Sonnenaufgang im Paradies (5.30 Uhr)
Eine Gruppe muss bestimmt um die 20 Tiere gewesen sein, weil immer irgendwo anders Finnen (nicht die Skandinavier
) aus dem Wasser aufgetaucht sind. Das sind schon wirklich atemberaubende Wasserakrobaten. Teilweise konnte man sehen wie sie pfeilschnell in einer Welle geschwommen sind… unglaublich!

(dieses Bild habe ich nicht selbst gemacht, aber ungefähr so sah es aus)
Als wir Montag morgen im Wasser waren hat sich einer der Kollegen keine 20m von mir entfernt blicken lassen. Dann hat mir der australische Freund von meinem Mitbewohner gesagt ich solle mal unter Wasser tauchen, dann könne ich die Delphine hören. Und es war tatsächlich so! Wenn man untergetaucht ist und kurze Zeit ruhig war konnte man genau die Laute der Delphine hören. Eine faszinierende Erfahrung. Kein Zoo, keine Touristenattraktion, einfach die Natur wie sie ist. Des weiteren haben wir sowohl am Sonntag, als auch am Montag weit draußen im offenen Meer Wale gesehen. Am Sonnatg haben sie sich sogar von Ihrer besten Seite gezeigt und haben ein paar Sprünge aus dem Wasser gemacht. Auch wenn man sie nur schemenhaft erkennen konnte und eigentlich nur die Wasserspritzer gesehen hat, war auch das eine tolle Erfahrung.
Am Sonnatg habe ich mir in einer kleinen Surfpause die Schnorchelausrüstung von meinem Mitbewohner genommen und bin mal eine halbe Stunde an den Felsen entlang geschnorchelt. Auch wenn das Wasser nicht glasklar war, war es schon erstaunlich was sich da alles für Leben abspielt. Es war zwar nicht so artenreich und farbenprächtig, wie man es vielleicht aus Tauchvideos kennt, aber gerade deswegen war es wahrscheinlich auch wieder so natürlich. Die meiste Zeit hat mich dabei ein Schwarm kleiner Schwertfische begleitet (ca. 10 cm lang). Und einmal schwamm keine 2 m neben mir eine ca. 30 cm große Wasserschildkröte!
Zu diesen ganzen wunderbaren Naturerlebnissen hatten wir auch noch 3 Tage super Wetter. Strahlender Sonnenschein, windstille und super Wellen! So konnte dann nebenbei auch noch an den Surffertigkeiten gefeilt werden.

Auf dem Weg zu einer ganz großen Karriere....
Neben dem Hauptbeweggrund dieser Reise „surfen“, haben wir auch noch eine Menge andere Spaßsportarten betrieben. So haben wir zum Beispiel an einem Nachmittag die Finnen von den Surfbrettern abgeschraubt und haben an der nächsten Sanddüne Sand-boarding betrieben!

Sandboarding am Rainbow Bay
Des weiteren haben wir einen Abend ein Seil hinter den Wagen vom Adam gespannt und haben uns mit den Knien auf dem Surfbrett durchs flache Wasser ziehen lassen. Der Sturz war zwar weniger angenehm, aber die 500m davor bei ca. 20 kmh haben schon eine Menge Spaß gemacht (und nein, keine Angst, ich passe auf mich auf und habe mir keinerlei Knochenbrüche zugezogen!)
Nachdem wir die Tage meist komplett am Double Island Point verbracht hatten mussten wir immer 10 min am Strand zurück zu unserem Campingplatz fahren, der sich unmittelbar am Strand befand.

Traumhafter Campingplatz
Dort wurde dann ein Lagerfeuer entfacht. Ebenfalls ohne jegliche Hilfsmittel (bis auf Zeitungspapier zum entfachen). Das heißt jeden Tag Feuerholz sammeln und eine Feuerstelle machen. Da ich diese Fertigkeit aus Bundeswehrzeiten natürlich perfekt beherrsche, war ich meist derjenige der sich um das Feuer gekümmert hat. Dann wurde essen gemacht (an einem Tag der selbstgefangene Fisch!) und am Lagerfeuer mit einem Bier (einziges Erinnerungsstück an die Zivilisation) und Marshmallows braten der restliche Abend genossen. Über den Sternenhimmel brauche ich hier wahrscheinlich nicht auch noch zu schwärmen. Ich denke jeder kann sich vorstellen, wie ein Sternenhimmel ohne Wolken und jeglicher anderer Lichteinflüsse von Städten oder groß besiedelten Regionen aussieht.
Zusätzlich haben wir an beiden Abenden am Horizont eine Gewitterfront vorbei ziehen sehen. Auch recht beeindruckend, wenn man am Lagerfeuer sitzt es angenehm warm und ruhig ist und man im weiter Ferne die Blitze vom Himmel zucken sieht. (zurück in Mooloolaba haben wir erfahren, dass in den 3 Tagen wo wir bestes Wetter hatten, hier ein massiver Sturm durchgezogen ist!).
Der einzige Wehrmutstropfen war vielleicht, dass wir mit unseren Schlafsäcken direkt auf dem Boden lagen und die Nächte damit nicht so erholsam und lang waren. Aber irgendwie gehört das nun mal auch zum campen dazu und hat dem Gesamterlebnis in keinerlei Hinsicht Schaden zugefügt.
So einen Trip werde ich bevor es weitergeht definitiv noch einmal machen! Ich habe das campen wieder zu schätzen gelernt. Aber es ist natürlich auch ein kleiner Unterschied ob man in Australien in einem Nationalpark zeltet, oder in Buxtehude auf 10 qm auf dem städtischen Campingplatz an der Autobahn neben Hausmeister Krause.
Zurück in der Zivilisation bleibt mir nun noch knapp eine Woche um etwas für die Uni zu tun, bevor es dann am nächsten Sa zu den Australien University Games nach Melbourne geht. Ja, ich habe mich nun doch entschieden mitzufahren, da ich weder eine Unterkunft bezahlen muss (ein Kollege von mir studiert in Melbourne), noch die Anmeldegebühr von 180 Dollar zahlen muss (es hat jemand bereits bezahlt, der nicht mehr mitfahren kann und dessen Platz ich einnehmen kann!) Somit muss ich nur noch die Fahrt und sonstige Unkosten zahlen, die auch hier in Mooloolaba hätte zahlen müssen. Und ich denke dieser Trip wird sicherlich auch ein Erlebnis! Auch wenn sicherlich ein ganz anderes als die 3 Tage Natur die hinter mir liegen…
Ich melde mich dann wieder wenn wir mit geschwellter Brust und dem Pokal in der Hand in die Heimat zurück kehren !!!
Bis dahin!
Lennart
(PS: Bilder sind aktualliesiert !!)
@ Tobi: Ruhig Blut Jung. Du weißt doch wie das ist…
@ Opa: Wie Du siehst sind die Beiträge der geplagten Steuerzahler sowohl im gesitigen, arbeitslebenvorbereitenenden Uni-Bereich, als auch im physischen Spafaktor-Bereich bestens aufgehoben!
Zur Choreographie: Dort gibt es eigentlich keine Erklärung zu. Das ist uns spontan eingefallen, als wir es gesehen haben.
@ Gitta: Klugscheisser !!
Nein, ich freue mich ja, wenn mich jemand in meiner Unwissenheit belehren kann! Aber ich frage mich schon, wo Du diese ganzen Sachen immer her hast
@ German: Jep!
@ Eis: Ich zähle die Sekunden…..